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 Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen

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Dahlia Ledford

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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Di Okt 04, 2011 3:35 pm

Gerade in dem Moment, als Dahlias schlanke Finger den Türgriff umschlangen und ihn herunter drücken wollten, begann Austen wieder zu sprechen, doch seine Gattin ging gar nicht erst darauf ein. Nun würde sie ihm vorerst die kalte Schulter zeigen und zwar solange, bis er endlich begriff was los war. Sie drückte den kühlen Griff herunter und stieß die Tür auf, erstarrte allerdings mitten in ihrer Bewegung, als Austen zu schreien begann. Selten geschah es, dass der Ledford der Art laut wurde, doch heute Abend schien ihm die Kontrolle zu entgleiten.

Dahlia war stehen geblieben und starrte nach wie vor auf die Holztür, welche sie nun mit einem energischen Ruck wieder schloss. Die Kinder mussten nicht mitbekommen, dass ihre Eltern sich in einem Streit verloren. Nach wie vor wandte sie sich nicht zu dem Todesser um, es schien, als versuchte Dahlia die Furchen im Holz der Tür durch ihre Blicke allein zu vertiefen. Doch schon bald verschwamm ihre Sicht und Tränen sammelten sich in Dahlias Augen, Tränen, welche der Ledford niemals zu Gesicht bekommen würde. Noch immer stumm, atmete die Hexe tief ein und biss sich auf die Unterlippe, in der Hoffnung so ihre Fassung wiederzuerlangen.
Austens Worte hatten sie zutiefst verletzt, ganz besonders sein letzter Satz, in dem er sie förmlich dazu aufforderte ihn zu betrügen. Doch niemals wäre sie zu solch einer Tat fähig gewesen! Egal wie verausgabend die Ehe mit dem berechnenden Augustin war, so konnte sich Dahlia nicht vorstellen eines Morgens ohne ihn aufzuwachen. Undenkbar war es, sich von ihm zu trennen und ihn aus ihrem Leben zu löschen, wie einen unliebsamen Klecks Tinte von einem Stück Pergament.
Abermals entwich ihr ein kaum hörbarer Seufzer und sie rang mit jedem Atemzug nach mehr Fassung.

Nach schier endlosen Momenten raffte sich Dahlia zusammen und wandte sich zu Austen um. Ihre Mine war ausdruckslos, allein ihre Augen glänzten eine Spur, ob der Tränen darin. Als sie sprach war ihre Stimme der wohl größte Kontrast zu Austens. Ruhig und beinahe ein wenig zittrig begann sie: "Du hast Recht, ich sollte dich nie wieder mit meinen belanglosen Wünschen belästigen." Und noch während sie das sagte, hob sie ihre Hände und zog in einer einzigen Bewegung den Ehering von ihrem Finger. Ohne das Schmuckstück eines einzigen Blickes zu würdigen ließ sie es fallen.
Das leise Klirren, welches das aufprallende Juwel auf dem Boden verursachte, hörte sich für Dahlia an wie Granatenschläge. Im Grunde genommen, glaubte sie nicht mehr daran, dass Austen auch diese Geste verstand, nein, er würde sie falsch deute, es als wehendes, weißes Fähnchen empfinden... womöglich bemerkte er nicht einmal, dass sie ihren Ehering abgenommen hatte.

Mit festen Blick sah Dahlia Austen in die Augen und schritt auf ihn zu. Als sie in etwa auf seiner Höhe war sagte sie leise: "Du bist wahrlich ein großer Mann, Augustin Diamond Ledford." Ob wohl etwas abwertendes in ihrer Stimme mitschwang?
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Di Okt 04, 2011 8:58 pm

Die Zeit, in der er ihren Hinterkopf anstarrte, kam ihm nicht einmal lang vor. Zu schnell rasten seine Gedanken um die Bedeutung Dahlias Verhaltens.
Und für einen Moment schwand alles aus seinem Geiste, hinterließ Leere. Denn als sich das schöne Kind vor seinen Augen herum drehte, so zerbrechlich wirkte, und so der Liebe wert, wusste er nicht, auf welchem Standpunkt er nun beharren sollte. Das Problem schien ihm nun in viel mehr Tiefe, und er hatte keinen anschuldigenden Gedanken mehr übrig.
Sehr lange hätte diese Einstellung sowieso nicht angehalten. Doch Dahlias Geste löste Gefühle in ihm aus, die er sich zuvor kaum ausmalen hätte können.
Das Misstrauen trieb sie jedenfalls auf die Spitze. Das ferne Klingen des Ringes auf den Dielen war wie ein Ha!, ein äußerst schmerzhaftes. Austen hatte Recht. Es war womöglich das erste Mal, dass er es gerne nicht hätte.
Er sah sie nicht an. Sein Blick ruhte auf dem Ehering, bis er merkte, dass sie sich genähert hatte. Dass sie sprach. Sein Blick wanderte in ihre Augen, war beißend hasserfüllt und ebenso verletzt. Als er rekonstruierte, was sie meinte, brodelte es in ihm auf wie siedendheißes Wasser. Sie betrog ihn. Und nun kam es ihm so vor, als wolle sie ihn niederknüppeln und besänftigen zugleich.
Die Wut kroch in all seine Glieder, ließ sie kribbeln, machte das Atmen schwer und obwohl er sich fühlte, als würde er einen Kreislaufkollaps erleiden, war da so viel Adrenalin, dass er durchaus imstande sein könnte, ein paar Bäume zu pflücken.
Konzentriert auf den Gedanken, die Kontrolle wiederzufinden und vor allem Gleichgültigkeit zu erlangen - verrannte er sich zusehens in der Wahllosigkeit.
Ehe er sich versah, schnellte der flache Rücken der Hand, an der sein Ehering steckte, in Dahlias Gesicht.
Es widerte ihn an. Diese Verlogenheit, diese Arroganz. Diese plötzliche Verdorbenheit des Menschen, den er als reinsten der Welt empfunden hatte.
Kein Muggel hätte je die tiefe Abscheu zu spüren bekommen, die Augustin Ledford gerade empfand.
Noch in der selben Bewegung stoß er seine Frau mit beiden Händen von sich weg. Weg, weg, weg. Weg damit. Weg wie eine Infektion.
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Dahlia Ledford

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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Di Okt 04, 2011 9:47 pm

Noch während die Ledford in das Gesicht ihre Gatten blickte, wusste sie, dass sie zu weit gegangen war. In seinem Blick konnte sie pure Verachtung lesen. In Gedanken hatte sie schon längst de Arme um ihn geschlungen und sich bei ihm entschuldigt, doch bereits im nächsten Moment explodierte eine Woge aus Schmerz in ihrer Wange. Desorientiert wandte sie einen Schritt zurück, nicht wirklich fähig zu erfassen, was geschehen war. Und während ihre Gedanken stehen geblieben zu sein schienen und sich die Gedanken in Dahlias Kopf überschlugen, fiel es ihr noch immer schwer zu glauben, was gerade geschehen war.

Doch bereits im nächsten Moment wurde ihr Kopf zurück gerissen, ihr rotes Haar peitschte durch die Luft, als sie ihren Kopf ob der Wucht des Schlages abwandte und Dahlia entwich ein erschrockenes Keuchen. Erst nach schier endlosen Momenten wurde ihr klar, was passiert war. Auf ihrem Gesicht wetteiferten Empörung und auch Angst. Nie hatte ihr Gatte die Hand gegen sie erhoben. Noch nie! Dass er es jetzt doch getan hatte, riss tiefe Wunden in ihr Herz. Alles fühlte sich taub an und sie hatte nicht einmal das Bedürfnis ihre Wange zu reiben. Es schien, als sei alles unwichtig und banal geworden.
Es kam ihr vor, als nahm sie ihre Umgebung durch einen dicken Schleier war, augenblicklich verschwamm ihr Blick ob der Tränen, welche sich in ihren Augen sammelten. Austen der Art außer sich, so unbeherrscht, ohne jegliche Contenance, zu sehen verängstigte die Haushexe zugegebenermaßen. Wie aufgescheuchte Doxys rasten Gedanken dieser Sorte durch ihren Kopf und hinterließen nichts als eine undurchdringliche Rauchschwade. Das konnte nicht wahr sein... das durfte nicht wahr sein!

Die Tränen drohten Dahlia gänzlich zuübermannen, obwohl sie mit aller Kraft dagegen ankämpfte. Er hätte sie anschreien können, ihr die wildesten Anschuldigungen machen können, er hätte auch seinen Ring abnehmen können, doch das er wirklich die Hand gegen seine Gattin erhoben hatte, brachte Dahlia an ihre Grenzen.
Nicht in der Lage irgendetwas zu antworten war sie, denn in ihrem Hals hatte sich ein gewaltiger Kloß gebildet. In der nächsten Minute rannen bereits unerschöpfliche Ströme von Tränen über ihre Wangen und sie machte einen stolpernden Schritt von Austen weg. Sein Handrücken hatte sie hart getroffen und in diesen Momenten war ihr alles lieber als in dieser Situation festzustecken.
Am liebsten wäre die Ledford disappariert, sie war zu weit gegangen. Ebenso Austen. Ihr Atem wurde hektisch, so wie es all Jenen ergeht, welche sich in ihren Tränen verlieren, und trotz des Wunsches sich zu beruhigen immer hysterischer zu japsen beginnen.

Es war ein schreckliches Gefühl, welches sie überwältigte... ihr Leben hätte sie ihm anvertraut, ja, sie würde es immer noch tun, doch seine Tat schien wie unverzeilich. Bedeutete sie ihm denn nichts mehr? Bei diesem Gedanken schien Dahlia nur noch bitterlicher weinen zu müssen und sie brachte endlich die Kraft auf sich von Austen weg zu drehen. Ein Teil von ihr wollte ihn anschreien, ihn verjagen, ihn ebenfalls schlagen... doch sie konnte nicht. Es schien, als versagten alle ihre Sinne. Wie konnte er nur?


ooc.: hab mal ein wenig editiert ;D
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Mi Okt 05, 2011 6:47 pm

Die leise Stimme der Reue kam aus der Ferne. Sie musste sich einen Weg durch die tobende Wut erkämpfen und verklang noch bevor Austen sie vernehmen konnte. Er war außer sich. Und außer sich konnte man wörtlich nehmen, denn es fühlte sich so an, als sei der Körper nicht seiner, als wären die Glieder nur eine Last, als würde sein Geist etwas Schweres tragen müssen.
Vielleicht zum ersten Mal traute jener sich aus seiner Festung. Wie einen Schatz hatte Augustin ihn gehütet, versteckt vor jedem, in der Angst, man könnte ihn verstehen. Doch jetzt gerade machte es den Anschein, er würde sich willentlich zeigen, geradezu stolzieren, Austen die Autorität entziehen und alle auferlegten Regeln brechen.
Es machte ihm keine Angst. Die Wut war so stark, dass der Zauberer nicht bemerkte, wie regelwidrig er sich verhielt.
Und das Zerbrechen seiner Frau machte ihn nur noch wütender. Für ihn war das, was sie tat, eindeutig Schauspielerei, vielleicht auch nur Theatralik, aber auf jeden Fall Manipulation. Sie wollte doch nur der Schuld entgehen. Sie war feige und faul. Sie wollte die Wahrheit nicht hören, sie wollte den Ärger umgehen. Sie wollte der Sache als Gute entfliehen. Als Opfer konnte sie ruhigen Gewissens ihrem neuen Lebensgefährten in die Arme fallen. Austen wusste, dass sie bereits einen neuen in der Hinterhand hatte. Sie hatte nur abgewartet. Oh, wer immer das sein mochte, er würde leiden.

Seine Faust legte sich auf seine Lippen, der Daumen stützte sich am Kinn ab. Und obgleich er die Augen weit aufgerissen hatte, Dahlia nahezu psychopathisch anstarrte, so wirkte seine Körperhaltung eher nachdenklich.
So fern wie sein Körper schien, so wenig wusste er damit anzufangen. Er beobachtete die Hexe vor sich und hätte für jeden Schluchzer, für jeden wehleidigen Atemzug, den sie tat, vor Abscheu aufschreien können. Als sie sich schließlich von ihm wegdrehte, wie ein getretener Hund, nahm das Toben seinen Lauf.
"Du verlogenes Miststück!", brüllte er noch während er die Hand wieder von seinem Gesicht nahm und sie gegen die Wand schmetterte. Der Schmerz wurde gnadenlos übertönt.
"Tu nicht so, als seist du das Opfer! Oh, du armes, zerbrechliches Ding, getrübt in deiner unendlichen Liebe zu deinem Mann! Nein verdammt! Ich habe dich durchschaut! Hör auf zu spielen, verdammt!"
Während des Schreiens nahm sein Gesicht mehr und mehr die Farbe Rot an und auch seine Augen füllten sich mit Salzwasser, vor Wut und vor Verzweiflung.
"Ich hoffe, du erstickst an deinen elenden Krokodilstränen!"
Die Hände zur Faust geballt, musste er ein paar Schritte zum Beistelltischchen gehen, bevor er dagegen treten konnte, dass es mit lautem Krachen zur Seite fiel, und das Klirren im selben Moment eine zerbrochene Vase verriet. Auch ein 'Verdammt nochmal' hallte durch den Raum.
Noch nie in seinem ganzen Leben hatte Austen etwas mutwillig zerstört. Doch in diesem Augenblick wäre er womöglich in der Lage gewesen, das ganze Haus in die Luft zu jagen, nur weil er hier Momente mit Dahlia geteilt hatte.
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Dahlia Ledford

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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Mi Okt 05, 2011 8:01 pm

Die Tränen tropften von ihrem Kinn und benetzten ihre Haut. Krampfhaft versuchte die Ledford sich zusammen zu nehmen. Nach Contenance ringend fuhr sie sich mit der linken Hand über die Wangen und biss sich auf die Unterlippe, und sei es nur, um zu verhindern, dass ein weiteres Schluchzen über ihre Lippen kam.
Austen hatte den Verstand verloren. So verhielt sich ein Ledford nicht, und erst recht nicht ihr Gatte. Das war nicht ihr Mann, das war ein, aus der Kontrolle gerantenes, Monster.
Als schließlich wieder seine Stimme ertönte, er sie beschimpfte und weiter nieder machte, schien es, als entflamme im Geist Dahlias ein kleines Feuer. Klein aber beständig. Es loderte stets höher und gab ihr Mut, drängte den Schmerz bei Seite und verlieh ihr die Kraft sich wieder ihrem Mann zu zuwenden.
Mit zusammengezogenen Augenbrauen stierte sie Austen an, welcher rot angelaufen war, und begann das sündhaftteure Mobiliar zuzerlegen. "Was um alles in der Welt ist nur los mit dir?", schrie sie zurück, ihre Stimme zitterte. Noch immer hielt Dahlia einen angemessenen Abstand zu Austen, keines Wegs wollte sie sich wieder eine Ohrfeige einfangen, denn sie war sich sicher, dass in wenigen Minuten alle fünf Finger des Steuerbreaters auf ihrer Wange als roter Abdruck zu sehen waren. "Du bist doch nicht bei Trost! Selbstverständlich liebe ich dich! Aber du machst es mir bei Weitem nicht einfach!" Das Feuer, welches in ihr brannte wurde zusehends größer, geschührt durch das Verhalten ihres Mannes. Soetwas hatte sie sich unter Spontanität nicht vorgstellt. Das war nicht der Mann, den sie liebte!
Als er dann verkündete, sie solle an ihren Tränen ersticken, fühlte sich das bloß wie ein weiterer Schlag ins Gesicht an. Er wollte das sie starb? Wenn ich an meinen Tränen ersticke, sauft er sich nur eine Woche später zu Tode!, sinnierte sie und spielte einen Moment mit dem Gedanken diesem Satz mit ihren Lippen Leben einzuhauchen, doch sie hätte es nie gewagt, solch einen Satz zu sagen. Nie würde sie es wagen, ihn so zu verletzten.

Die Hände in die Hüften gestemmt fuhr sie nach einem tiefen Atemzug fort: "Was willst du von mir hören, huh? Was? Dass ich dich hasse?" Verstädnislos sah sie ihn an und schüttelte immer wieder sanft mit dem Kopf. "Ich bin nicht das Opfer, Austen! Du verlierst hier die Kontrolle. Und da ich dir wohl nichts bedeute und du meinen Tod wünschst, schlage ich vor zu gehst. Verschwinde. Ich will dich hier nicht mehr sehen. Komm wieder wenn du dich beruhigt hast!" Ganz plötzlich war sie zu diesem Entschluss gekommen. Sie wollte nicht, dass Betty und Marlin ihren Vater so sahen. Es würde den Kleinen das Herz brechen, so wie es ihres brach.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Mi Okt 05, 2011 9:36 pm

Es war wie eine Bestätigung. Er entarnte sie und sie ließ die Opferrolle fallen. Auch die folgenden Worte passten ins Bild. Aber sollte das die Entschuldigung sein? Er machte es ihr nicht einfach?
Vor dem umgeworfenen Tisch stehend, den Rücken seiner Frau zugewandt, legte er die Hände aufs Gesicht und atmete tief durch. Das Wasser der zerbrochenen Vase verteilte sich um seine Schuhe, sein Gesicht verzerrte sich unter seinen Fingern. Die Wut, die durch seinen Körper geflossen war, klang langsam ab. Er hätte niemals gedacht, dass Zerstörung irgendetwas nutzen konnte.
Nichtsdestotrotz war er noch immer wütend. Und verletzt. Verzweiflung zerrte an seinen Nerven, ließ ihn wenigstens langsam wieder klare Gedanken fassen. Er konnte anfangen zu reflektieren, wobei er seine Handgreiflichkeit ausließ. Die konnte er später noch bereuen, davon musste Dahlia nichts mit bekommen. Es war nun also aus.
Ein Stich fuhr durch seine Brust, unsanft fuhr er mit den Händen durch sein Gesicht in Richtung Kinn, faltete sie schließlich und ließ sie sinken. Eisern hielt er an steifer Haltung und leerem Gesichtsausdruck fest, als er sich umdrehte, während Dahlia zu sprechen begann.
Ihre Worte waren wie Nadelstiche. Nicht nur seine Verzweiflung kurbelten sie an, sondern auch seine Wut. Sie kochte wieder auf, doch ihr erneut wahllos Luft zu machen, erschien ihm mit einem Mal als albern. Es sah so aus, als habe er seine Kontrolle wieder erlangt. Es war schwer sich zurück zunehmen. Dabei war es das doch nie.
Angestrengt presste er die Lippen aufeinander, suchte nach passenden Worten und musterte dabei seine Ehefrau, ohne dabei auch nur annähernd ihre Augen zu streifen. Sowieso blendete er alles an ihr aus, was auf Trauer hindeuten könnte, er durfte nicht weich werden.
"Was ich hören möchte?", setzte er an und legte gleich eine Pause ein, um sich erneut zu sammeln. Die nächsten Sätze würden schwer werden, weil alles klar werden würde. Es auszusprechen war noch schwerer, als es nur zu denken.
"Ich möchte hören, wer es ist. Ich möchte hören, wer es dir so viel einfacher macht, dass du es mit ihm aushälst. Und -" Nun löste er die Hände aus ihrer Versteifung, um einen Finger bestimmend zu heben und ihr endlich in die Augen zu sehen.
"- ich möchte nie wieder hören, dass du mich aus meinem eigenen Haus wirfst, nachdem du mir deine Lügen offenbarst und dich von unserer Ehe lossagst."
Er hatte es vermeiden wollen, aber sein Satz ergab keinen Sinn. Wenn es nun aus war, würde so etwas nie wieder passieren. Aber sich darum Gedanken zu machen, dazu hatte er keine Kraft mehr übrig.
Wenigstens war seine Stimme wieder ruhig und bestimmt. Was in ihm tobte, blieb nun in seiner Festung, wie es sein sollte. Er faltete die Hände wieder und verließ sich auf die Anspannung, die seine äußere Ruhe bewahrte. Seine Augen wurden nicht trockener, aber auch nicht feuchter. Er fühlte sich wieder ein wenig sicherer, auch wenn ihm Furcht bereitete, was er diesen Abend noch verarbeiten musste.
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Dahlia Ledford

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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Mi Okt 05, 2011 10:27 pm

Noch immer stetig den Kopf schüttelnd sah Dahlia Austen an. Er hatte sich herum gedreht und schien zu nachzudenken. War es nun vorbei? 20 Ehejahre, zu nicht gemacht? Die Ledford wusste es nicht, auch wenn sie sich nichts sehnlicher wünschte, als das Geschehene rückgängig zu machen. Natürlich, Austen hatte sie sehr verärgert, doch er war ihr Mann, ihr Ein und Alles, lange hätte ihr Zorn auf ihn ohne hin nicht angehalten. Das der Streit jedoch im Eifer des Gefechts solche Ausmaße angenommen hatte, hätte Dahlia niemals gedacht, geschweige denn gewollt.
Nun begann der Ledford zu sprechen. Er schien sich wieder unter Kontrolle zu haben, denn er wandte sich um und sprach direkt zu ihr. Doch noch während er redete, fiel Dahlia alles aus dem Gesicht, ihre Miene wurde schockiert. Dachte er wirklich sie betrog ihn?
"Das ist nicht dein Ernst, oder?", hauchte sie so das Austen es kaum hören konnte. Langsam schritt sie auf ihn zu, den Mund noch immer sprachlos geöffnet. "Du glaubst wirklich, ich betrüge dich?", fragte sie und ihr Mund wurde trocken, ihre Kehle schnürte sich zu und ihre Augen wurden wieder feucht. Das er ihr soetwas zutraute... "Das ist nicht wahr, Austen. Du weißt, dass das nicht wahr ist." Doch so ruhig und bestimmt wie seine Stimme klang, schien er durchaus davon überzeugt zu sein. Das war es also gewesen, was ihn so wütend gemacht hatte. Austen fühlte sich ausgetauscht, überflüssig? War es das? Doch wie sollte Dahlia ihn besänftigen? Würde er ihr denn glauben?

Jede Antwort, die ihr in den Kopf schoss schien Dahlia die falsche zu sein. Egal was sie erwidern würde, nichts war das Richtige um solchen Anschuldigungen zu begegnen. Dahlia blieb vor Austen stehen, ein einziger Meter trennte die beiden und doch fühlte die Ledford wie weit entfernt sie von ihrem Gatten war. Da war diese unglaubliche Leere zwischen ihnen, was einst Zuneigung und Einigkeit gewesen war. Konnten diese Gefühle so rasch verschwinden?
Verzweiflung machte sich in Dahlia breit. War dies nun das Ende einer Ehe, die, wie sie gedacht hatte, ewig halten würde? Sie sah Austen tief in die Augen. Las sie Tränen darin? Am liebsten wäre sie ihm um den Hals gefallen, hätte ihn an sich gedrückt, ihn geküsst und ihm gesagt, wie sehr sie ihn liebte. Doch ob solch eine weitere Überrumplungsaktion förderlich für eine Versöhnung war, bezweifelte Dahlia. Gern hätte sie ihren Kopf auf seine Schultern gelegt, wäre ihm einfach nur nahe gewesen. Doch die Kälte, welche nun zwischen den beiden zu herrschen schien war schier unüberwindbar. Ganz langsam hob sie die rechte Hand, als wolle sie seine Wange streicheln, doch die Ledoford konnte einfach nicht den Mut aufbringen ihn zu berühren und so verharrten ihre Finger in der Luft ehe sie die Hand wieder sinken ließ.
Manche Grenzen wurden von millionen Soldaten regelrecht verwischt, doch in dieser Nacht schien die zwischen den Ehe - oder sollte man besser Ex-Eheleute sagen? - unbezwinglich.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Di Okt 11, 2011 11:40 pm

Betty lag auf ihrem Bett als sie Stimmen hörte, die Stimmen ihrer Eltern? Unwillkürlich stiegen Betty Tränen in ihre Augen, als sie erkannte das ihre Eltern stritten. Sie ist eigentlich kein weinerlicher Mensch aber wenn es um ihre Familie geht kommen ihr leicht die Tränen. Zu groß ist die Belastung der derzeitigen Familiären Situation. Es ist nicht genug das ihre Eltern sie als verdorben ansehen, jetzt müssen sie auch noch streiten, schlimmer noch sie schreien. Sie schreien sich an. Betty nahm eines ihrer Kissen und drückte es in ihr Gesicht. Sie wollte ihre Eltern nicht hören, sich wollte nicht weinen. Jetzt mehr wütend, wütend auf sich selbst bis sie die Zähne hart aufeinander. Sie war wütend,weil sie wie ein kleines Mädchen leise in sich hinein heult, wenn die Eltern sich Streiten. Betty biss noch einmal die Zähle stark zusammen und schaffte es den Tränenfluss zu stoppen und ihre Gefühle runter zu schlucken. Zu ihrem Leidwesen erfüllte das zweckentfremdete Kissen seine neue Aufgabe sehr schlecht. Als sie einen lauten Aufprall eines Stuhles oder des kleinen Tisches, im Wohnzimmer hörte kurz gefolgt von etwas Gläsernem, das zerbrach reichte es Betty. Sie konnte das nicht mit länger anhören. Leise ging sie die Treppe hinunter und den Flur entlang zur Wohnzimmertür. Betty zuckte heftig zusammen als sie ihre Mutter etwas schreien hört den Sinn kann sie nicht erfassen zu geschockt ist sie von der ganzen Situation. Sie traute sich nicht zu bewegen sie traute sich ja kaum zu atmen doch als erstmal nicht weiter geschrien wurde ging Betty die letzten Meter auf die Tür zu und Trat in das Wohnzimmer. Sie sah ihre Mutter und ihren Vater sich gegenüber stehen, ihre Mutter hatte eine Hand gehoben, so als wollte sie an der Wange streicheln. Mit weit geöffneten Augen sah sie den Beistelltisch an und die sündhaft teure Vase die nun verbrochen auf dem Boden liegt und von der aus sich eine Wasserlache ausbreitete.Geschockt von diesem Anblick zog jetzt etwas anderes ihre Aufmerksamkeit auf sich. Der kleine goldene Ring, der Ehering ihrer Mutter lag nicht unweit von ihr auf dem Boden. Stumm ging sie auf ihn zu sah ihn einen Moment an hob ihn dann langsam an und betrachtete sich ihn näher. Nun wütend, wütend darüber das ihre Eltern sich anscheinend scheiden lassen wollen fragte sie etwas bissig " Ist das euer ernst? " und hielt den Ring hoch "Wollt ihr Marlin und mir das wirklich antun? Wollt ihr euch das wirklich antun?" Betty wurde immer wütender sie liebte ihre Eltern und fuhr noch aggressiver fort " Oder was hat das hier zu bedeuten?" und Betty hielt den Ring noch ein Stückchen höher.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Mi Okt 12, 2011 10:33 pm

Er wollte sich irren, doch alles war so klar, ließ keine andere Schlussfolgerung zu. Dahlias Worte wirkten nur noch lächerlich. Und so verzogen sich lediglich Austens Brauen abschätzig. Seinen Lippen enftloh kein Wort. Vorrangig, weil er nicht den leisesten Schimmer hatte, was ihnen entfliehen sollte. Wieso gab sie es nicht einfach zu, wieso machte sie es unnötig kompliziert?
Schnell waren seine Gedanken schon weiter gegangen.Vielleicht um zu verdrängen. Sollte er eine Diskussion um den Schlafplatz riskieren oder einfach auf der Couch nächtigen? Sein Stolz wollte die Gattin raus werfen, doch Austen selbst wünschte sich einfach weg. Ein Hotel könnte seine Aufgabe tun. Ja, das würde das beste sein. Erst einmal weg, ein paar Tage vielleicht. Alles nüchtern klären. Dann musste er sich wohl eine Wohnung suchen. Oder ein Haus? Der Kinder wegen musste er dieses wohl Dahlia überlassen, so schmerzhaft es auch war.
Wie er sich so in Gedanken verlor, in geordneten, vertrauenswürdigen Gedanken, nahm er nur fern wahr, dass seine Tochter den Raum betrat.
Erst als diese zu sprechen begann, wurde Austens Blick wieder klarer und musterte Betty ausdruckslos. Er bemerkte den Ring in ihrer Hand und wurde auf den harten Boden der Tatsachen zurück geholt. Schmerzlich wurde ihm die Situation wieder bewusst. Was er jedoch davon halten sollte, was seine Tochter davon hielt? Wie sollte man auf sowas denn reagieren? Auf sowas hatte er sich nie vorbereitet. Wieso eigentlich nicht?
"Wieso bist du nicht im Bett, Elisabeth?", sagte er kühl, vielleicht kühler als gewollt. Dabei beachtete er ihre bissige Herangehensweise noch gar nicht. Noch konnte er sich denken, wie sie fühlte. Nur in wie weit sie das überhaupt etwas anging, darüber war er sich noch nicht im Klaren.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Do Okt 13, 2011 3:09 pm

Dahlia blickte Austen an und in seiner Mimik las sie, dass er ihr nicht glaubte. Der Magen der Todesserin zog sich zusammen und sie biss sich auf die Unterlippe. Wie hatte aus einem kleinen Disput bloß solch ein Streit werden können? Noch immer sah Dahlia ihren Gatten mit großen, tränenden Augen an und schüttelte sanft den Kopf. Sie konnte nicht glauben, das dies gerade geschah, dass diese Situation real war... Oh, wie sehr sie sich in diesen Momenten einen Zeitumkehrer wünschte!
Gerade, als die Ledford wieder zu, wahrscheinlich sinnlosen, Worten ansetzten wollte, hörte sie hinter sich die Tür klappen und im nächsten Moment ihre Tochter sprechen. Wie von der Tarantel gestochen fuhr sie auf dem Absatz herum, ihr Blick galt nun Betty. Diese hatte ihren Ehering aufgehoben und in ihrem Gesicht las Dahlia nichts als Verärgerung und Enttschäuschung. Für Dahlia zerbrach eine Welt. Das Betty von dem Streit mitbekommen hatte und eine Scheidung im Raum stand wollte Dahlia schlicht und ergreifend nicht wahr haben. Ihre heile Familie schien an einem einzigen Abend zerstört, wie eine teure porzelan Tasse auf Asphalt zerschmettert, in ihre Einzelheiten zerbrochen... Dahlia wollte nichts als fort! Sich in einem Loch vergraben, nicht mehr heraus kommen, bis sich die Wogen gelättet hatten, sich verkriechen, weinend wie ein kleines Mädchen. Es schien, als brach das Haus um sie herum zusammen und erschlug sie unter der Last all der schönen Zeiten, welche sie hier verbracht hatte... das konnte doch nicht alles vorbei sein? Das durfte es nicht! Und den nächsten klaren Gedanken, den sie fassen konnte, war, was sie ihren Kindern damit antaten. Man musste kein Therapeut sein um zu wissen, dass Kinder unter einer Scheidung der Eltern meist mehr litten als ihre Erzeuger. Und Dahlia wollte ihre Schätze nicht verletzten.
Sie setzte zu Worten an, doch ehe die zweifache Mutter antworten konnte, kam Austen ihr zu vor und erkundigte sich kühl und sehr schroff warum das Mädchen nicht in ihrem Bett sei. Als er geendet hatte, zwang sich Dahlia zu einem Lächeln und schritt auf Elisabeth zu. Sie strich sich ein wenig unbeholfen durchs Haar und bemerkte, nun da sie so nah vor ihrer Tochter stand, dass ihre Augen leicht gerötet waren. Hatte Betty geweint? "Das hier hat gar nichts zu bedeuten, Betty, Schatz", entgegnete sie und nahm ihrer Tochter den Ehering ab. Als sie ihn wieder an ihren Ringfinger gesteckt hatte, drehte sie kurz den Kopf um Austen an zu sehen, vielleicht verhoffte sie sich Milde in seiner Mimik, dann blickte sie wieder zu der jungen Ledford.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Do Okt 13, 2011 5:33 pm

Warum ich noch nicht im Bett bin? Ohh Ich war schon in meinem Bett und Ich wäre liebend gern wieder in meinem Bett, ich würde liebend gern ein Buch lesen oder mit meiner Katze spielen. Aber nein leider musstet ihr mich ja von diesen Vorhaben abhalten und anfangen euch anzuschreien, die Einrichtung zerstören und euch eure Eheringe um die Ohren werfen! Es kostete Betty nahezu ihre gesamte Willenskraft nicht anzufangen zuschreien und ihre Gedanken einfach freien lauf zu lassen. Unglaublich wie kann Dad nur eine so unglaublich offensichtlich dumme Frage stellen und so kühl mit mir Sprechen ich bin schließlich seine Tochter und nicht Drale.
Bevor Betty letztendlich doch die Beherrschung verloren hätte kam ihre Mutter auf sie zu. Sie hatte Geweint, das hatte sie schon gesehen als sie sich zu ihr zu wandte doch das besänftigte ihre Wut nicht. Als ihre Mutter dann auch noch meinte das es nichts zu bedeuten hat reichte es Betty " Nichts zu bedeuten?" fragte sie nach und man konnte deutlich die Verärgerung in ihrer Stimme hören. " Ja klar und die Welt ist eine Blume." Fuhr sie sarkastisch fort. "Mum ich bin keine 11 mehr und dumm bin ich auch nicht! Hier ist garantiert Nichts in ordnung. Ihr habt euch angeschrien! Ihr habt den Tisch zerstört und du wirfst deinen Ehering durch die Gegend! Da stellt sich mir verständlicherweise die Frage, Weshalb das ganze Theater? " sofort als Betty die Worte aus dem Mund gekommen sind bereute sie ihre Unverschämtheit so mit ihren Eltern zu sprechen. So respektlos. Klar hatte sie Gründe wütend zu sein. Ihre Mutter hatte sie angelogen und ihr Vater spricht mit ihr als wäre sie ein unwillkommener Fremder. Aber rechtfertigt das denn, dass sie ihre Eltern anschreit? Ja und nein ... schließlich war sie ja gerade nicht erwünscht aber nichts zu bedeuten hatte dieser Streit nun auch nicht.Auch wenn es Betty nur schwer fällt sich das einzugestehen, so ging es ihr doch etwas besser... einem kleinem Teil ihrer Gefühle endlich Nachgegeben zu haben und nicht Alles, wie für gewöhnlich, einfach nur runter zu schlucken.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Do Okt 13, 2011 8:02 pm

Das Überstreifen des Eherings entlockte Austen einen Gesichtsausdruck der Mischung Verärgerung und Frustration. Lediglich seine Oberlippe zog er nach oben und doch war sein Gemütszustand deutlich zu erkennen. Als seine Frau ihn ansah, zuckten auch die Brauen in die Höhe, nur kurz jedoch, als eine Art Rückmeldung, dass er sie registriert hatte und vielleicht für diesen Augenblick eine Einheit mit ihr bildete, um Betty zu schützen.
Wahrscheinlich war es das Beste für sie, wenn sie nicht ins kalte Wasser geworfen wurde. Dahlia war viel versierter in Sachen Erziehung, sie würde wohl wissen, was sie tat. Sollte sie allerdings bedenken, dass ihre Tochter nicht dumm war, im Gegenteil.
Der Steuerberater faltete die Hände nun hinter dem Rücken und besah sich das ein oder andere Mal die eigenen Füße, fast als ob er nichts mit den zwei Damen vor sich zu tun hätte. Als hätte er nichts zu sagen. Er gab den stillen Beobachter.
"Sprich nicht so mit deiner Mutter", kommentierte er nur die Art und Weise, in der Betty gesprochen hatte. Nicht weniger kühl als zuvor. Und mehr würde er erstmal nicht sagen. Dahlia hatte die Ahnung und viel wichtiger noch - sie hatte die Schuld. Also konnte sie erklären und ausweichen, und er spielte eben ein bisschen mit. Das war nur gerecht.
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Dahlia Ledford

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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Do Okt 13, 2011 9:24 pm

Als Betty wieder zu sprechen begann und ihre Mutter förmlich anschrie, hob die Ledford das Kinn eine Spur an und machte einen Schritt zurück. Sie konnte gut verstehen, was Betty nun fühlte, wie aufgewühlt sie sein musste, doch anschreien lassen wollte sich Dahlia nicht mehr. Austen sprach wieder, wies Elisabeth an vernünftig mit ihrer Mutter zu reden und es schien, als fiel eine Last von den Schultern der Ledford. Wenigstens unterstützte Austen sie in dieser Hinsicht, nicht auszudenken wäre es gewesen, wenn er ihren Streit vor der Tochter weiter ausgetragen hätte... "Elisabeth Ledford", begann Dahlia in leicht tadelndem Tonfall und streckte ihren linken Arm aus um ihre Tochter am Arm zu packen, keines Falls fest, wenn auch bestimmt. "Du weißt doch selbst, das Streit in den besten Familien vorkommt. Das hier ist nicht anders als deine Kabbelein mit Marlin. Dein Vater und ich hatten einen Disput, der weder dich noch Marlin irgendetwas angeht", fuhr sie fort und ihre Hand glitt von der Schulter des Mädchens zu ihrem Kinn.
Vielleicht wollte die Jugendliche eben das man zurück keifte, doch diesen Gefallen würde sie ihr nicht machen. Dahlia nahm Bettys Kinn zwischen ihren Daumen und Zeigefinger, drehe es zu sich und zwang sich abermals zu einem recht überzeugenden Lächeln. Sie sah die Jugendliche an und sagte dann im Flüsterton: "Du brauchst dir doch keine Sorgen zu machen, mein Schatz, nicht über soetwas." Der Tonfall der Ledford sollte aufbauend klingen und vielleicht nicht nur das Mädchen davon überzeugen, dass diese Situation keines Falls so enden würde, wie es auf den ersten Blick aussah. Nein, das würde Dahlia nicht zulassen.
Wenn Austen ihr nicht glaubte, was ihre angebliche Affäre anging, bitte, sollte er doch seine Kontakte spielen lassen und sich eine Phiole Veritaserum besorgen. Die vermeintliche Ehebrecherin hatte nichts zu verbergen!

Auf irgendeine Weise beruhigten Austens Worte Dahlia ein wenig. Natürlich konnte sie nicht erwarten, dass er über seinen Schatten sprang, ihr die Hand auf die Schulter legte und sowohl seine Gattin als auch seine Tochter in eine feste Umarmung schloss. Und einen Moment spielte Dahlia mit dem Gedanken, beide Ledfords zu sich zu ziehen und sie an sich zu drücken, und sei es nur um Betty zu versichern, dass alles in Ordnung war. "Ach, Betty", seufzte Dahlia und breitete die Arme aus und schloss sie in eine feste Umarmung.
Dahlia blickte Austen über die Elisabeths Schulter an und streckte die rechte Hand zu ihm aus. Tu es wenigstens für Betty, sinnierte sie und formte die Worte stumm mit ihren Lippen. Sie hoffte das Austen darauf eingehen würde, wenn nicht für sie, dann wenigstens für seine Tochter.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Sa Okt 15, 2011 10:14 pm

Bettys Reue über den Tonfall den sie an den Tag gelegt hat verschwand jedoch sofort als ihr Vater wieder sprach. Ich soll nicht so mit Mum reden? Hat der sich selber schon mal reden hören? Verdammt ich bin seine Tochter ist es dann zu viel verlangt, dass er ein wenig liebevoller mit mir spricht?Und abermals viel es ihr schwierig ihre Gedanken für sich zu behalten und nicht los zuschreien. ...
Aber warum nicht ? Warum sollte sie ihrem Vater nicht einfach sagen was sie dachte? Betty schloss kurz die Augen verschränkte ihre Arme vor der Brust und atmete tief durch. Es gelang ihr zwar nicht die Verärgerung, in ihrer Stimme, über diese Worte auch nur annähernd zu mindern aber immerhin fing sie nicht gleich an wieder los zuschreien und sprach noch immer bissig und mit leicht bebender Stimme an ihren Vater gewannt. "Ich weiß das ich nicht so mit Mum sprechen soll und tue es für gewöhnlich ja auch nicht und ehrlich gesagt war es auch nicht beabsichtigt und es tut mir leid, dass ich eben ein wenig respektlos war. Jedoch denke ich das Du auch anders mit mir sprechen könntest. Wenn du nicht mehr wie ein emotionsloser Eiswürfel mit mir sprichst wäre ich dir sehr ...dankbar!" Die letzten Worte zischte sie schon fast.
Das ihre Mutter leicht von ihr gewichen war bemerkte sie erst als sie ihren Arm packte und tadelnd davon zu erzählen begann das es in den besten Familien Streit gäbe etc. bla bla. Als sie in die immer noch geröteten und verweinten Augen ihrer Mutter sah fuhr sie nun um einiges ruhiger fort "Marlin und ich sind nicht verheiratet und du willst mir doch nicht allen ernstes weismachen das das hier nicht um einiges tiefgründiger ist als du zugeben willst. Allein schon die Aussage das es Marlin und mich nichts angeht lässt mich eine kleine Kabbelei oder einen kleinen Streit stark ausschließen, Mum." Betty sah ihrer Mutter die ganze zeit ergründend in die Augen. Sie wollte keine Halbwahrheiten mehr, klar Streit kommt in den besten Familien vor. Doch leider sind sie keine von denen. Selbstverständlich liebten sie sich alle auf jeden Fall hofft Betty das es bei ihren Eltern auch noch der Fall ist, sie wusste jedoch nicht was außer diesem Streit dagegen sprach. Beim Abendessen war alles noch wunderbar und nun? " Natürlich gehen uns die Gründe reichlich wenig an ... aber von einer Scheidung würde ich zumindest schon gerne informiert werden." Betty sah kurz zu ihrem Vater doch ihre Dahlia zwang Betty förmlich sie wieder anzusehen. Ihr war es unangenehm so bestimmend die Finger ihrer Mutter an ihrem Kinn zu spüren doch ehe sie, die Hand wegdrücken konnte hatte ihre Mutter auch schon gesagt, dass sie sich über so etwas keine Sorgen machen solle und ihre Hand wieder auf ihre Schulter gelegt.

Unwillkürlich musste Betty leise auflachen, es war kein schönes lachen fast schon spöttisch und sprach flüsternd zu sich selbst "Soll ich mir lieber Sorgen darum machen das ich eine verdorbene Blutsverräterin bin?" und noch ehe diese Worte ihren Mund verlassen haben hoffte sie inständig das ihre Mutter sie nicht verstanden hatte ihr Vater und das war gut so, konnte sie auf keinen Fall gehört haben. Jetzt auch noch darüber zu streiten wäre mehr als unpassend. Sie war sich sicher das sie in Tränen ausgebrochen wäre denn nur der Gedanke daran, dass sie eine verdorbene Blutsverräterin ist trieb sie fast zum weinen und es fällt Betty jedes mal schwer die Tränen zu unterdrücken. Doch diesmal gelang es ihr.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Sa Okt 15, 2011 10:56 pm

Die Entschuldigung seiner Tochter genügte Austen fürs Erste. Er hielt sich arg zurück, um nichts hinterher zu setzen. Ja, fast wären ihm doch die Worte Du möchtest nicht, dass ich emotional werde heraus gerutscht. Glücklicherweise hatte er den schweren Fehler noch früh genug erkannt, denn in Anbetracht der vorangegangenen Handgreiflichkeit hätte diese Aussage wohl einen bitteren Beigeschmack gehabt.
So blickte er nur unberührt, als Betty stichelte. Was in aller Welt hatten nur alle mit einem Mal gegen seine Art? Er war doch so wie immer.
Er agierte wie zuvor, nämlich unbeteiligt. Er lauschte ihren Worten und wünschte sich derweil, dass sie bald verklingen würden. Er wollte nur noch weg. Er konnte es nicht erwarten seine Sieben Sachen zu packen und in ein Hotel zu verschwinden. Dabei war er sonst die Geduld in Person. Diese Situation aber war unerträglich und zog sich noch viel unerträglicher in die Länge.
Seine Augen blickten müde vor Überheblichkeit, als Dahlia ihn zur Umarmung aufforderte. Was sollte das werden? Gruppenkuscheln? Wie peinlich. Austen war bereit mitzuspielen, aber das ging jawohl zu weit. Was ging nur in diesen Kopfen vor, sie waren alle verrückt geworden.
Still machte er seiner Frau klar, dass er sich nicht darauf einlassen würde. Stattdessen löste er die Hände hinter seinem Rücken und fummelte an seinen Manschetten herum, während er den Blick schweifen ließ und noch im selben Moment hinüber zu seinem Stuhl schritt, um sein Jackett zu greifen und wieder anzuziehen. Er blieb dort stehen. Ein wenig Abstand war gar nicht verkehrt. Solang er sich richtete und Manschetten und Ärmel anpasste, musterte er die Zwei. Dabei hatte er den Kopf nach unten geneigt, blickte zwischen seinen Ärmeln und den Frauen hin und her, wirkte dabei ruhig und kühl. Es tobten noch immer Schmerz und Wut in ihm, die er recht erfolgreich zur Seite schob. Er erinnerte sich selbst daran, nur noch ein paar Minuten überstehen zu müssen, um die nächsten Stunden allein verbringen zu können.
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Dahlia Ledford

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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Di Okt 18, 2011 4:22 pm

Dahlia hatte die Arme um ihre Tochter gelegt und wog sie ganz sacht hin und her, sie schloss die Augen und wartete dass auch ihr Gatte sich ihnen nähern würde und sie in den Arm nehmen würde. Doch dieser Fall trat nicht ein. Ganz im Gegenteil. Als Dahlia seine Schritte auf dem Pakettboden vernahm öffnete sie ihre Augen wieder einen Spalt, nur um feststellen zu müssen, dass Austen zum Tisch gegangen war, sein Jackett angezogen hatte und sein Gesichtsausdruck war alles andere als freundlich. Nein, er würde den Schein nicht wahren, seiner Tochter keine heile Welt vorspielen. Kaum wäre Dahlia ein Seufzter entwichen, doch sie hielt ihn in letzter Sekunde zurück und strich Betty über den Rücken.
In diesen Augenblicken hatte sie keine Zeit dafür sich in den Gedanken über ihre anscheinend zerbrochene Ehe zu verlieren, nun galt es die Kinder zu schützen.

Tief atmete die Ledford ein und rang mit dem Gedanken Austen doch zu einer Gruppenumarmung zu nötigen und sei es, in dem sie auf ihn zu schritt, seine Hand ergriff und ihn zu sich und Betty zog. Doch ob dies für einer Versöhnung hilfreich war, war wohl zu bezweifeln und Dahlia wollte die Situation nicht noch verschlimmern.
Nach schier endlosen Momenten löste sie sich wieder von ihrer Tochter und gab Betty einen Kuss auf die Stirn. "Schatz, von einer Scheidung ist doch nicht einmal die Rede", besänftigte die Haushexe Elisabeth und lächelte überzeugend aufmunternd. "Nicht wahr, Liebling?", Dahlia wandte sich eher beiläufig an Austen und strich sowohl sich als auch ihrer Tochter das Haar über die Schulter.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Mi Okt 19, 2011 11:54 pm

Betty wusste nicht was sie denken sollte. Als ihre Mutter sie in den Arm nahm, kniff sie ihre Augen fest zusammen, vergrub ihr Gesicht an Dahlias Schulter und versuchte nachzudenken. War der Streit wirklich nicht so schlimm wie ihre Mutter behauptet? Oder sagt sie das alles nur damit sich Betty keine Sorgen macht und sich beruhigt? Betty wünschte sich es wäre alles nur hab so wild und sie hätte vollkommen überreagiert als sie ihre Mutter angeschrien hat. Doch das war ausgeschlossen. Hätte der Ring nicht auf dem Boden gelegen und wäre der Beistelltisch nicht kaputt hätte Betty ihrer Mutter vermutlich geglaubt doch die Umstände ließen Betty nicht so leichtgläubig sein. Die feste Umarmung ihrer Mutter beruhigte sie ungemein, ihre Hand, die ihren Rücken streichelt zu spüren und sich für einen kurzen Moment sicher zu fühlen und beinahe zu vergessen was seit dem Abendessen alles geschehen ist. Als Dahlia sich von Betty löste sah Betty ihr noch einmal tief in die Augen und wand sich dann ihrem Vater zu. Falls sie eben noch an der Ernsthaftigkeit der Lage zweifelte so war sie sich jetzt sicher. Die Worte ihrer Mutter waren einzig und allein um Betty zu beruhigen, sie vor der Wahrheit zu bewahren. Ihr Vater hatte sich sein Jackett schon wieder angezogen. Wahrscheinlich um bei der nächst besten Gelegenheit die Flucht ergreifen zu können und einfach von hier zu verschwinden. Anders konnte Elisabeth dieses Verhalten nicht deuten. Noch einmal zu ihrer Mutter blickend setzte Betty zum sprechen an, diesmal ganz ruhig ohne eine Spur von Wut. "Ich denke nicht, dass das hier unbedeutend ist. Vielleicht war eine Scheidung vorher nicht ausgesprochen, doch stand sie bestimmt schon vorher, bevor ich sie recht direkt angesprochen habe im Raum. Und ich denke..." jetzt nicht mehr abwechselnd ihren Vater und ihre Mutter ansehend, sondern den Blick auf ihre Mutter geheftet sprach Betty weiter "Ich denke Mum, dass du Alles versuchst runter zu Spielen, dass du versucht die Situation irgendwie zu retten. Du willst ... "ihren Blick nun wieder an ihren Vater gewannt" oder ihr wollt das ich hier den Ernst der Lage nicht mitbekomme, wenn ich mich irren sollte so frage ich mich Dad warum du dein Jackett wieder angezogen hast. Um einen kleinen Spaziergang zu machen? Oder was mit dem Tisch passiert ist, weswegen dein Ehering, Mum, auf dem Boden lag. Ehrlich gesagt Fällt mir kein Grund ein Warum ihr euch derart schlimm Streitet und der Grund geht mich wie schon gesagt nichts an Dennoch wüsste ich ihn gerne. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen das etwas triviales wie, Untreue oder sich auseinander gelebt haben und versiegte Gefühle der Grund sein könnte. und..."Betty stocke und sah auf ihre Füße sie wollte einfach nicht das ihre Eltern Streit haben und erst recht nicht das sie sich Scheiden lassen, sie fuhr mit etwas leiserer Stimme fort." Und ich möchte nicht das ihr euch scheidet ich möchte mich nicht für einen von euch entscheiden und Marlin will das sicherlich auch nicht. Ihr hab euch doch immer geliebt." Mit wässrigen Augen sah sie erst ihren Vater dann ihre Mutter an.


Zuletzt von Austen Ledford am Do Okt 20, 2011 1:39 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Ich hab den doppelten Text mal rausgelöscht, weil ich sonst zu verwirrt bin xD)
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Do Okt 20, 2011 2:50 pm

Bevor Austen antworten konnte, machte Betty ihren Standpunkt mehr als klar. Er konnte ihrem Blick nur kurz standhalten und sah alsbald weg, als sie ihm zugewandt.
Er öffnete den Mund, um sich zu erklären, doch was sollte er schon zu der Vase und dem Ring sagen? Er hatte ihre Mutter gekitzelt und war dabei aus Versehen an den Tisch geraten? Der Ehering ist abgefallen, nachdem er neunzehn Jahre lang gehalten hatte, weil sie gerade aus Versehen in Butter gefasst hatte?
Er konnte nichts sagen. Stumm und gar nicht mehr so kaltgesichtig, versank er mehr und mehr im Mitleid für seine Tochter, sowie im Mitleid für sich selbst. Bei dem Wort Untreue bäumte es sich in ihm auf. Eine Welle aus Wut, die schnell in Trauer brach.
Bettys Stimme wurde leiser, der Ledford sah hin und als sich ihre Blicke trafen, ihre Augen den Tränen so nahe, wäre Austen beinahe erschrocken zusammen gezuckt. Flugs wandte sich sein eigener Blick wieder seinen Manschetten zu, die längst gerichtet waren.
Seine Gedanken rasten darum, wie er ihr erklären konnte, dass nichts war. Aber es war ja was. Und zwar war alles kaputt. Das ganze schöne Leben. Das Leben der Kinder, sein Leben. Er war völlig rat- und rastlos. Wohin sollte die Situation noch führen? Sie stotterten herum, Betty erfuhr es, Betty wurde traurig, Betty würde weinen, Betty würde sie hassen, Austen würde zerbrechen...
Er wusste ja selbst nicht, was er tun sollte. Wie sie das alles klären sollten. Er hatte ja noch gar keinen Plan und sie forderte einen. Man sollte das ganze Gespräch verschieben, kurz abbrechen, Zeit für sich selbst, Zeit zum Planen, Plan mitteilen. So sollte es sein. Dass es nicht so einfach war, überforderte ihn maßlos.
Und noch immer alle ersichtliche Aufmerksamkeit auf seine Ärmel gerichtet, verschwand Augustin Ledford plötzlich in einem lauten Knall.

An den beiden vorbei zu gehen wäre zu viel gewesen. Ebenso laut erschien er kurz darauf in seinem Arbeitszimmer, um die wichtigsten Dokumente zusammen zu kramen.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Sa Okt 22, 2011 3:53 pm

Als Betty zu sprechen begann bildete sich ein Kloß in Dahlias Hals. Die gesamte Situation noch einmal aus den Augen ihrer Tochter geschildert zu bekommen schmerzte abscheulich und auch Dahlia wandte den Blick ab. Mit Mühe hielt die zweifache Mutter die Tränen zurück, welche sich nun wieder hinterlistig in ihre Augen stahlen.
Und in den Pausen, die Betty machte, schlug dröhnende Stille über den Ledfords ein und niemand sagte etwas. Die Todesserin biss sich auf die Unterlippe und warf abermals einen Blick zu ihrem Gatten. Dieser hatte sein Jackett wieder angezogen und nästelte nun stetig an seinen Manschettenknöpfen herum.
Die Ledford fragte sich was diese Situation wohl hätte retten können... Es kam ihr vor als hätte man ihr Backsteine in den Magen gelegt und sie dannach in einen schier bodenlosen See geworfen. Es fühlte sich an wie untergehen... untergehen in der eigenen Verzweiflung, der Ratlosigkeit, welche sie auszufüllen schien.
Betty endete und Dahlia schloss für einen Moment die Augen um die Fassung wieder zu erlangen. Schließlich atmete sie tief aus und griff nach der Hand der Jugendlichen. "Du solltest hoch gehen und versuchen zu schlafen, mein Liebling", mehr konnte Dahlia nicht sagen, genausowenig wie sie ihrer Tochter in die Augen sehen konnte. Ja, was hätte sie denn sagen sollen?
In solchen Situationen war jedes Wort das falsche... Oh, wie sehr Dahlia nun auf eine Art Wunder hoffte oder ein Hintertrüchen aus der Situation und noch ehe sie diesen Gedanken zu ende gedacht hatte ertönte ein lauter Knall!

Dahlia fuhr herum und musste feststellen, dass Austen disapperiert war. Betrübt und kraftlos schloss sie die Augen. Und schon wieder ließ er sie allein.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Di Okt 25, 2011 6:15 pm

Als Betty aufgehört hat zu sprechen nahm ihre Mutter ihre Hand, sagte ihr sie solle am Besten ins Bett gehen, versuchen solle zu schlafen.
Gerade als sie ihrer Mutter zustimmen wollte disapparierte ihr Vater. Betty wusste nicht wo er jetzt war oder wann er wieder kommt ... ob er überhaupt wieder kommt. Sie wusste nicht was sie machen soll und fragte sich wie alles ausgegangen wäre wenn sie einfach in ihrem Zimmer geblieben wäre.
Wahrscheinlich genauso. Ihr Vater wäre irgendwann vor dieser Situation geflüchtet. Ihre Mutter? Wie hätte sie es ihren Kindern versucht zu erkläre das ihr Vater, am nächsten Morgen nicht mit am Frühstückstisch sitze, das er gar nicht zu Hause ist?
Er habe viel zu arbeiten vielleicht komme er die nächsten Tage nicht nach Hause. Hätte Dahlia versucht ihre Kinder mit einer Ausrede zufrieden zu stellen oder hätte sie ihnen die Wahrheit gesagt?
Gedanken verloren legte Betty ihrer Mutter eine Hand auf den Rücken. Sie wusste nicht ob sie ihre Mutter besser allein lassen sollte oder ob sie besser noch etwas bei ihr bleiben sollte. "Mum?" Bettys Stimme war sehr leise und zitterte leicht "Kann ich irgendwas für dich tun?"
Jedoch wurde ihre Stimme mit jedem Wort was sie sprach fester. Betty musste jetzt stark sein. Was bringt es ihr denn zu Weinen? Ihre Eltern, auf jeden fall ihre Mutter würde das nur noch mehr belasten.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Di Okt 25, 2011 7:25 pm

Austen war disappariert und der laute Knall, den sein Verschwinden zur Folge hatte löste abermals eine kleine Welle der Verzweiflung in ihr aus. Hätte er nicht wenigstens versuchen können Betty zu beruhigen? Musste er sich jetzt feige verdrücken um seine Wunden zu lecken? Konnte er denn nicht sehen, welche die beiden Ledfords ihrer Tochter zu gefügt hatten?
Immer mehr Gedanken fluteten Dahlias Kopf, galoppierten wie eine Herde Wildpferde durch ihn hindurch und hinterließen nichts als aufgewirbelten Staub, sodass sie keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte. Und jedes mal, wenn es ihr dann doch gelang und sie einen der wendigen Gedankenströme zu packen, so entglitt er ihr fast noch im selben Augenblick, ohne, dass Dahlia fähig gewesen war ihnanalysieren zu können.
Noch immer blickte Dahlia auf die Stelle, an der vor einer Minute noch ihr Gatte gestanden hatte und sie spürte wie Tränen in ihre Augen schossen. Doch sie musste stark sein. Nein, Dahlia konnte jetzt nicht in Tränen über ihre zerborchene Ehe ausbrechen, nein, das ging einfach nicht! Allein wegen Betty. Ihre Mutter am Boden zerstört zu sehen wollte sie ihrer Tochter nicht antun. Zu groß schien die Last, welche sie damit auf die zierlichen Schultern der Jugendlichen lud. Immerhin wollte Dalhia ihre Kinder schützen und ihnen nicht noch mehr Leid zufügen.
Als sie plötzlich Bettys Hand auf ihrem Rücken spürte und ihre zusehnds stärker werdenden Worte vernahm, schöpfte sie daraus Kraft und richtete sich wieder zu ihrer vollen Größe auf. Dahlia biss sich auf die Unterlippe und blinzelte die Tränen weg, dann strich sie sich durch das rote Haar und wandte sich zu Betty. "Ist schon okay, Betty", gab sie von sich und lächelte ihre Tochter an. Sie war so groß geworden... und trotz ihrer vollkommen anderen Ansichten war Dahlia doch sehr stolz auf ihr kleines-großes Mädchen. "Das wird schon alles wieder", versicherte die Ledford ihrer Tochter und strich ihr liebevoll über die Wange. Sie würde alles wieder ins Lot bringen. So einfach würde Dahlia ihre Familie nicht aufgeben, nein! Wenn Austen Zeit für sich brauchte, sollte er sich die gern nehmen, aber wenn er dachte, dass es nach diesem Streit getan war und er sie los war, hatte er sich gewaltig geirrt!

ooc: hab mir mal vorweg genommen zu posten, weil austileinchen ja eh nicht da ist :>
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Di Okt 25, 2011 9:20 pm

Betty musste schmunzeln als sie ihre Mutter sprechen hörte und sah sie etwas besorgt an. Es sein schon OK...
Als ihre Mutter fortfuhr stimmt Betty jedoch in ihr lächeln mit ein. "Mum mach mit aber keine falschen Versprechungen." sagte sie in einem gespielt vorwurfsvollem Tonfall. Schließlich konnte sie ja auch nicht wissen ob alles wieder wird.
"Ich denke das eine Tasse Tee jetzt nicht falsch wäre." sagte Betty und sah ihre Mutter wieder etwas besorgt und mit einem dünnen Lächeln an.
Den Blick nun auf den kaputten Tisch und die zerbrochene Vase geheftet fuhr Betty, jedoch ohne eine richtige Antwort abzuwarten, mit sicherer Stimme fort. "Und ich denke, dass man hier ein wenig aufräumen könnte." Sie ging an ihrer Mutter vorbei zu dem kleinem Chaos gegenüber der Tür, zückte ihren Zauberstab richtete ihn auf den Tisch, welchem ein Bein weg geknickt war und sagte "Reparo" sah dann auf die Scherben der Vase und wiederholte den Zauberspruch. Augenblicklich setzte sie sich wieder zusammen. Betty nahm sie in die Hand begutachtete die Vase und stellte sie dann mit gerunzelter Stirn auf den Beistelltisch. Sah dann auf die kleine Wasserlache beseitigte diese dann schließlich auch noch mit einem Schlenker ihres Zauberstabes und dem Worte Tergeo. Betty legte ihren Zauberstab auf den Tisch und setzte sich dann in einen nur wenig entfernten Sessel und sah ihre Mutter an.
Jetzt konnte sie nicht schlafen ihre Gedanken würden sie daran hindern und ihrer Mutter tut etwas Gesellschaft jetzt bestimmt auch ganz gut. "Mum wie geht es eigentlich Tante Fiona? Ich habe schon sehr lange nichts mehr von ihr gehört." sagte Betty leicht abwesend und wusste auch nicht so recht wie sie darauf kam. Sah ihre Mutter jedoch an und wartete auf eine Antwort.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Di Okt 25, 2011 10:15 pm

Als Elisabeth abermals zu sprechen begann und Dahlia in gespielt mahnendem Tonfall darauf hinwieß, dass sie ihr keines Falls falsche Versprechen machen sollte, trat für einen winzigen Moment ein nachdenklicher Gesichtsausdruck auf ihr Antlitz. Sie würde es versuchen.
Auf die Aussage ihrer Tochter hin, klatschte Dahlia einmal in die Hände und der Hauself Drale erschien in der Tür. Zaghaft lugte er herein und fragte untersetzt, welchen Wunsch seine Herrin hatte. "Schwarzer Tee, zwei Tassen, Drale", befahl Dahlia eher beiläufig, während sie die Arme vor der Brust verschränkte und alle trüben Gedanken aus ihrem Kopf verbannte. Betty reparierte sowohl den kleinen Beistelltisch, als auch die Vase und beseitigte sozusagen das Chaos, welches ihre Eltern angerichtet hatten. Sie seufzte leise und beobachtete ihre Tochter, welche sich nun in einen Sessel sinken ließ und nach ihrer Tante, Dahlias Schwester fragte. Die Ledford ließ sich mit der Antwort Zeit, löste erst ihre verschränken Arme von einander und setzte sich dann in den Sessel Elisabeth gegenüber. "Sie hat vor ein paar Tagen geschrieben... es geht ihr recht gut, im Café läuft alles wieder recht rund. In den Ferien können wir sie sicherlich einmal besuchen, wenn Marlin und du Lust habt", Dahlia unterbrach sich, als die Tür zum Esszimmer wieder geöffnet wurde und der Hauself mit einem Tablett dampfenden Tees herein kam. Er trug es zu den beiden Ledfords und goss das Heißgetränk in zwei, mit der Hand bemalte, Teetassen. Schließlich zog sich Drale wieder zurück. Dahlia, welche sich erst in ihrem Sessel zurück gelehnt hatte, setzte sich nun wieder auf und zückte ihren Zauberstab. Mit einem Schlenker besagtem erhoben sich die Teetassen in einer sanften Bewegung in die Luft und die eine schwebte Betty, die andere in Dahlias Hand.
"Ich denke, das würde Fiona freuen", beendete die Todesserin ihren Satz und schlug die Beine über.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Sa Okt 29, 2011 11:58 am

"Ja. Ich würde sie gerne mal wieder besuchen es ist echt schon ewig her seit dem ich sie das letzte mal gesehen habe." Sagte sie und war begeistert von dieser Idee Betty mochte ihre Tante sehr doch ehe Elisabeth weiter sprechen konnte kam Drale mit dem Tee ins Zimmer. Betty fragte sich wie schon so oft ob Drale glücklich war oder ob er überhaupt derartiges empfinden könne und beobachtete ihn wie er zu ihnen kam und den heißen Tee in die Tassen goss besonders glücklich sieht er nicht aus aber auch nicht unzufrieden. Erst als ihre Mutter ihr eine der Tassen gab und Drale wieder aus dem Zimmer ging wante sie sich wieder Dahlia zu. Sie wollte ihre Mutter nach ihrer Meinung fragen ließ es dann aber doch und fragte lieber "Es läuft wieder rund? Lief es denn zwischenzeitlich schlecht? Das habe ich gar nicht mitbekommen." Betty klang interessiert war jedoch in gedanken immer nocht bei Drale jetzt lebt sie 15 Jahre mit einem Hauselfen unter einem Dach und hat sich nie irgendwelche Gedanken über Hauselfen gemacht. Drale war immer einfach da und man hat ihn im Grunde nie richtig bemerkt.
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