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 Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen

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BeitragThema: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   So Sep 11, 2011 8:47 pm

Bist du auch müde, es sei Dir ein Vergnügen.

Wer? Dahlia und Austen Ledford, nur die Kinder können dazu stoßen.
Wann? Abends, Sommerferien vor Inplaybeginn
Was? Das Essen ist gerade beendet, die Kinder sind schon oben in ihren Zimmern.
Wo? Haus der Ledfords, Küche/Wohnzimmer


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Er hörte noch das Getrampel der Kinder auf den Treppen, während er dem Hauselfen zusah, wie dieser abräumte. Drale nannte seine Gattin ihn immer. Austen hingegen kam selten auf die Idee das Wesen mit mehr als 'Hauself' anzusprechen. Am angenehmsten war es, wenn man gar nicht mit ihm reden musste. Es sollte einfach seine Arbeit machen, ohne angewiesen werden zu müssen.
Und so wandte der Familienvater seinen Blick zurück zu seiner Frau. Nachdem er den Teller von sich weggeschoben hatte, stützte er die Ellbogen auf die feine Tischdecke und faltete die Hände, legte sie an seine Lippen. Er sah Dahlia nur an und schwieg eine Weile, bis er schließlich die Hände von seinem Mund nahm, auf dem sich ein schmales Lächeln zeichnete.
"Wie immer sehr köstlich, mein Kätzchen", sagte er sanft, aber eher monoton.
Er lehnte sich in den Stuhl zurück und lies die Hände auf den Tisch sinken. Zwischen seiner Abräumarbeit schenkte Drale etwas Elfenwein nach, subtil, dass Austen es nicht merken würde, wenn er nicht aufmerksam war.
Es galt die Ruhe zu genießen. Zwar war es schön, die Kinder um sich zu haben, aber ebenso anstrengend und der Steuerberater schätzte ruhige Minuten. Vor allem diese, in denen nicht der Gedanke in seinem Geiste herumschwirrte, was er nur erzieherisch tun konnte gegen einen Lausebengel und eine Rebellin. Die Kinder befreundeter Eltern waren nicht so schlimm geworden, dabei hielt der Ledford seine Erziehung immer für die bessere.
Bevor die Stimmung kippte oder er eine Diskussion darüber anfing, verdrängte er diese Überlegungen schnell wieder und konzentrierte sich auf sein Gegenüber. Nichtmal nach ihrem Tag wollte er fragen, in der Befürchtung, einer von beiden könnte heute etwas angestellt haben.
"Die Winkelgasse war heute besonders voll, muss wohl am Wetter liegen. Die Wärme ist sogar in den Laden gekrochen, dabei ist es normalerweise recht kühl darin." Er zog die Mundwinkel würdigend nach unten und nahm einen Schluck seines Weins.
"Bald findet dieses Quidditch-Spiel statt, verlautete zumindest der Prophet. Falmouth Falcons gegen die Wimbourner Wespen. Meinst du, die Kinder wollen dahin? Haben sie was darüber gesagt?" Austens Blick nahm eine zweifelnde Note an, denn Lust hatte er darauf gewiss keine. Wenn die Arbeit es nicht verhinderte, musste er aber wohl oder übel hin.
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Dahlia Ledford

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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   So Sep 11, 2011 9:28 pm

Dahlia saß mit überschlagenen Beinen auf ihrem Stuhl und tupfte sich mit einer dunkelroten Serviette einen Rest Soße aus den Mundwinkeln, faltete sie zusammen und legte sie neben den Teller. Die Schritte der Kinder verklangen und in schier endlosen Momenten schien sich die Stille in den Raum zu schleichen und sich auszubreiten. Mit einem Mal brach Austen die Stille, in dem er ihr liebevoll ein Kompliment über das Essen machte. Propmt zeichnete sich ein Lädcheln auf Dahilas Lippen. "Vielen Dank", gab sie zurück und strich eine Falte in der Tischdecke mit ihren schlanken Fingern glatt.
Währenddessen räumte der Hauself Drale den Tisch ab, goss den Herrschaften Wein nach und verschwand schließlich vom Tisch. Mit einem leisen Seufzer lehnte sich Dahlia in dem bequemen Stuhl zurück und atmete tief ein und aus. Nach einem anstrengenden Tag war es immer außerordentlich angenehm, wenn am Abend Ruhe einkehrte. Sie ergriff ihr Weinglas und schwenkte die rote Flüssigkeit darin ein paar Mal hin und her ehe sie einen Schluck davon nahm. Elfenwein war wohl das beste Getränk, welches je erfunden worden war. Und was gab es bitte schöneres, als einen Entspannten Abend mit dem Göttergatten?
Als Austen von seinem Tag zu sprechen begann nickte Dahlia bedächtig. "Es war wirklich sehr warm heute! Wenn nicht einmal die Kanzlei kühl geblieben ist", die Hexe unterbrach sich, weil Austen wieder zu Worten ansetzte. Also rutschte sie auf ihrem Stuhl eine Idee vor. Als er das Qudditch Spiel erwähnte konnte die Ledford nicht umhin, leise zu lachen. "Ich fürchte wir werden um einen Besuch bei diesem Event nicht herum kommen, hat dir Marlin etwa noch nichts davon vorgeschwärmt?", erkundigte sie sich. Sie konnte sich sehr gut vorstellen, das ihr Gatte diesem Spiel nicht unbedingt entgegenfieberte, sie kannte Austen schließlich.
Manchmal betrübte es Dahlia, dass er so wenig Zeit für seine Familie haben zu schien. Es war, als entzog er sich allem was außerhalb seines gewohnten Umfelds statt fand... Sie fixierte ihn einen Augenblick, versuchte seine Gesichtszüge zu analysieren. Betont ruhig legte sie ihre rechte Hand auf dem Tisch und legte den Kopf eine Spur schief, in ihrer linken Hand hielt sie noch immer das filigran gearbeitete Glas. "Hast du den Bericht über die Todesser gelesen? Man könnte meinen, der Tagesprophet sei ein Märchbuch für Erwachsene...", sagte die Ledford dann und in ihrem Tonfall schwang ein wenig Amüsement mit.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   So Sep 11, 2011 10:06 pm

"Nein", warf Austen nur leise zwischen ihre Worte. Marlin hatte noch nicht bei ihm geschwärmt. Aber das war auch kein Wunder, heute hatten sich die beiden nur kurz vor dem Essen gesehen.
Er lachte still auf. Märchenbuch für Erwachsene war eine passende Phrase für den Tagespropheten. Nun mit einem weniger seichten Grinsen auf den Lippen, musterte er seine Gattin und würdigte die Schönheit, die im Neigen ihres Kopfes lag.
"Selbstverständlich. Was soll man erwarten. Wobei unter den Anhängern des Dunklen Lords wahrlich nicht nur die geistige Elite der Zauberer weilen. Ich kann mir diese Vertreter gut bei einem solchen Unterfangen vorstellen. Genauso gut, dass man einfach die Verkaufszahlen in die Höhe treiben wollte. Ich halte die Ohren offen. Ich schätze, morgen kann ich dir mehr dazu sagen." Ein genervtes Seufzen gab er von sich, wenngleich ein dezentes. Auch seine Miene war nicht mehr halb so Liebevoll, vielmehr abwertend. Idioten auf beiden Seiten, es war zum Mäuse melken. Austen sähe die Gesellschaft von geistig Armen genauso gern gesäubert, wie von Blutschande. Alles wäre viel leichter.
"Wir sollten lieber warten und planen, statt zum scheitern verurteilte Aktionen zu starten. Manche Leuten begreifen das einfach nicht." Im Grunde sogar sehr viele. Der Steuerberater diskutierte oft über Zeitpunkt und Ausgetüfteltheit von Plänen.
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Dahlia Ledford

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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   So Sep 11, 2011 10:36 pm

Dahlia kommentierte Austens Worte mit einem leichten Nicken. "Das ist wohl wahr", stimmte sie ihm zu, und ließ ihn weiter fortfahren. Als er schließlich geendet hatte ergriff die Ledford wieder das Wort und entgegnete: "Bin ich die Einzige, die dieses Tagesblatt amüsanter als jede Klatschzeitschrift findet?" Sie verdrehte die Augen und nahm abermals einen kleinen Schluck Wein. "Sind wir doch einmal ehrlich, Liebling, die Redaktion des Propheten würde einen Todesser nicht einmal dann erkennen, wenn er sein Dunkles Mal frei zur Schau trägt", Dahlia machte eine kleine Kunstpause um Luft zu holen, dann fügte sie in leisem Tonfall hinzu: "Mich beschleicht das Gefühl, dass es mit der Zauberergesellschaft bergabgeht."

Einen Moment saßen die beiden nur da, Dahlia bemerkte, wie sich die Gesichtszüge ihres Gatten verändert hatten. Der beinahe enspannten Ausdruck war Verstimmtheit gewichen. Sie strich sich durch ihr rotes Haar und warf es über ihre Schulter, dann schob sie den Stuhl zurück und stand auf. Mit eleganten Schritten stolzierte die Todesserin um den Tisch und stellte ihren Wein vor Austen ab. "Aber genug, von solch fürchterlichen Themen", flüsterte sie und ihre Hände strichen über seine Schultern. "Ich bin mir sicher, du hattest einen sehr anstrengenden Tag, Herz", Dahlias Stimme war ruhig, als ihre Hände die verkrampften Schultern des Ledfords zu drücken begannen. Sie begann ihn zu massieren. "Du bist ja ganz schrecklich verkrampft", stellte sie fest.
Dahlias Hände drückten immer wieder den Nacken und die Schultern des Todessers. Mal mehr mal weniger fest massierte sie seinen verspannten Rücken und ihre schlanken Finger ebneten sich über seinen Rücken, seine Schultern und zupften schließlich an seinem dunklen Jackett. Lächelnd befreite die Ledford Austen aus seinem Jackett und richtete seinen Hemdkragen.
Sie senkte ihren Kopf über seine Schultern und Dahlias rote Mähne fiel wie ein Vorhang über die linke Gesichtshälfte. Sanft küsste sie Austens Hals und machte sich dann wieder daran, seinen Rücken weiter durchzukneten.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Mo Sep 12, 2011 6:24 pm

Erneut musste Augustin auflachen. Dahlia hatte einen angenehmen Humor, nicht albern, aber amüsant. Das hatte ihm schon so manchen Abend gerettet, den er alleine wohl grübelnd und frustriert verbacht hätte. Im nächsten Satz aus ihrem Munde fiel seine Miene auch schon wieder zusammen. Es ging bergab. Man sah es ja gleich hier zu Hause. Die Werte wurden klein geschrieben, die Kinder verweichlicht, die Erwachsenen dümmer.
Austens Blick senkte sich und er verfiel für einen Moment dem Grübeln, hielt aber an sich nicht gänzlich abzuschweifen. Seine Aufmerksamkeit galt bald dem roten Haar seiner Gattin, das er im Augenwinkel federn sah. Sein Kopf drehte nur leicht, doch seine Augen folgten ihr, während sie sich näherte und ihm schließlich über die Schultern fuhr. Sein Blick fixierte den nun leeren Stuhl, doch berührte er ihre Hand mit der seinen für einen Augenblick, als stille Rückmeldung.
"Nun, allzu anstrengend war mein Tag nicht. Aber das unentwegte Sitzen macht sich sehrwohl bemerkbar", korrigierte der Zauberer in sanftem Ton. Entspannt tat er einen geräuschlosen Seufzer und richtete sich, um Dahlia das Jackettausziehen zu erleichtern. Er nahm es entgegen und faltete es sorgsam auf seinem Schoß zusammen, hielt inne, um den Kopf zu neigen und ihre Küsse zu genießen. Das Kitzeln in seinem Nacken verriet ihr Haar und ebenso, dass sie sich wieder aufrichtete. So faltete er langsam weiter, bis es seinem Anspruch genügte, und schloss die Augen. Dass er das konnte, ohne sie gleich wieder misstrauisch aufzureissen, sprach für sein Wohlgefühl und die vertraute Atmosphäre.
"Es war heute tatsächlich ruhig um die Kanzlei. An einem so sonnigen Tag will sich wohl kaum jemand um seine Finanzen kümmern. An Beschäftigung hat es mir dennoch nicht gefehlt." Im letzten Satz atmete er wiederholt tief aus. Es war, als würde seine vorherige Verstimmung mit jedem Atemzug entweichen.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Mo Sep 12, 2011 7:42 pm

Ein zartes Lächeln umspielte Dahlias Lippen, als sie Austens tiefe Atemzüge wahrnahm. Es tat auch ihr gut, wenn sich Austen eine Spur entspannte und den Abend genoss. "Nun, wir sollten diese warmen Tage genießen, Liebling. Wer weiß wie das Wetter umschwingt", kommentierte die Haushexe und ihre Hände drückten stetig seine Schultern. Dahilas Blick galt dem Hinterkopf ihres Gatten und es schien, als versuche sie durch ihn hindurch in seinen Kopf zu sehen, um seine Gedanken lesen zu können. Doch leider war die Ledford der Legiliementik nicht mächtig, also blieb ihr Vorhaben wirkungslos.
Gedanklich reflektierte sie ihren eigenen Tag und kam zu dem Schluss, dass auch sie nicht untätig gewesen war. Zusammen mit den Kindern hatte sie in der Winkelgasse die Bücher besorgt und bei Madam Malkins die Maße für eine neue Ganitur Umhänge nehmen lassen. Wie immer hatte es die ein oder andere Diskussion gegeben, nicht nur zwischen Betty und Marlin. Elisabeths Ansichten über Muggel rückten zunehmend in ein Licht, welches der Ledford nicht gefiel. Doch Mädchen hatten in der Pupertät nun einmal ihren eigen Kopf und Dahlia hoffte instädnig, dass Bettys Sympathie für dreckige Schlammblüter allein daran lag, das dies eine Eigenschaft war, welche in ihrem Elternhaus nicht geduldet wurde und somit in ein interessanteres Licht gerückt wurde.
Einen Moment war sie versucht diesen Gedanken mit Austen zu teilen, doch schnell verwarf sie dieses Vorhaben wieder. Eine Unterhaltung über die schwierige Tochter würde den Abend sicherlich verderben und Erziehungsmaßnahmen konnte man sich während der Schulzeit noch genug überlegen. So schwieg Dahlia, ihre Hände massierten das Rückgrat des Todesseres stetig weiter und sie versuchte unschöne Gedanken an Familienprobleme zu unterdrücken.
Nicht heute, Dahlia, sinnierte sie und wechselte von einem Bein auf das andere. Bei dieser Bewegung richtete sie sich automatisch auf und ihr Blick fiel auf das Gramophon auf der edlen Holzkommode gegenüber des Esstisches. Ein breites Grinsen huschte über ihr Gesicht, als Dahlia ein brillianter, wenn auch etwas riskanter Gedanke kam. Hatte Austen nicht gerade durch die Blumen erwähnt, dass ihm sein Allerwertester vom vielen Sitzen schmerzte?
Dahlia ließ mit der rechten Hand von Austens Schultern ab und zückte ihren Zauberstab, schnickte einmal damit in Richtung des Gramophones und die Nadel hüpfte auf die aufgelegte Schallblatte, eine rasche Melodie begann zu spielen. Kaum eine Sekunde später eilte die Hexe um ihren Gatten herum, ergriff seine Hand und zog ihn hoch. "Lass uns tanzen", beschloss sie und lächelte Austen an. Er konnte doch gar nicht Nein sagen!
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Mo Sep 12, 2011 8:46 pm

Ein langgezogenes "Mh", war alles, was er von sich gab. Kühles Wetter war dem Ledford viel lieber. Man konnte sich auf das Warm der Häuslichkeiten freuen und sich sich angemessen kleiden. Kurze Kleidung sah er gar nicht gern, vor allem an sich selbst nicht. Außerdem wurden Leute im Sommer schwitzig und in der Hitze sogar ein wenig bescheuert. Und überhaupt.
Seine Laune blieb. Und vielleicht konnte er seiner Dame ja eine Gefälligkeit erweisen, solange sie nicht auf dumme Ideen kam und schwimmen gehen wollte oder Ähnliches. So entspannt war er viel gewillter mal über seinen eigenen Schatten zu springen...
Austen öffnete abrupt die Augen, als aus heiterem Himmel Musik ertönte. Ihm schoss Weißgottwas durch den Kopf. Die Verwirrung auf der Stirn tragend, ließ er sich vom Stuhl ziehen. In der einen Hand hielt er noch sein Jackett. Nach einem Moment mit großem Fragezeichen über dem Haupt, verengten sich seine Augen. Du bist doch verrückt, wollte er sagen, besann sich in holprigen Gedanken aber auf Ruhe.
"Du weißt, dass ich sowas nicht haben kann, Dahlia." Seine Stimme war fest und sein Ausdruck kühl, doch befürchtete, vielmehr wusste er, dass sie genau wusste, was in ihm vor ging. Nur, wieso tat sie sowas dann mit ihm?
Mit abschätzigem, aber versöhnendem Blick, führte er ihre Hand an seine Lippen, gab einen Kuss darauf und legte derweil das Jackett auf seinen Stuhl, ehe er Tanzhaltung einnahm und sachgemäß in eine andere Richtung sah.
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Dahlia Ledford

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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Di Sep 13, 2011 4:22 pm

Die Proteste ihres Gatten dezent ignorierend, zog Dahila ihn weiter in die Mitte des Raumes. Dort angekommen, legte Austen sein Jackett ab und küsste zaghaft die Hand seiner Gattin. Schließlich nahm er die übliche Tanzhaltung ein. Lächelnd griff Dahlia auf ihren Rücken und versuchte die Hand ihres Gattens eine Spur weiter nach oben zu schieben. "Auf dieses Stück kann man keinen Walzer tanzen, Liebling", zwinkerte sie ihm zu und war sich sicher, dass diese kleine Tango-Tanzstunde nicht ohne Proteste von Austen von statten gehen würde. "Deine Hand muss ein wenig höher", wies sie ihn an und fügte prompt hinzu: "Wir fangen mit einem Schritt nach vorn an, dann nach links und dann wieder drei Schritte vor."
Ein Lächeln umspielte die Lippen der Ledford, als sie in Gedanken den Takt des Liedes zu zählen begann und dann leise flüsterte: "Und eins, zwei, drei, und eins, zwei, drei..." Mit sanfter Gewalt zog Dahlia ihn einen Schritt zurück und dann zur Seite.
Zwischen den beiden Ledfords war nun kaum mehr eine Handbreit platz, eine Nähe, die die Todesserin zugegebenermaßen genoss. Doch Austen stellte sich eine Spur verkrampft an, fand Dahlia. Er war keines Falls so locker, wie wenn die beiden einen ruhigen Walzer tanzten, verkrampfte seine Hand regelrecht und zerquetschte die ihre so. "Liebling, entspanne dich doch ein bisschen", forgerte Dahlia, welche ihn nun zu einer raschen Schrittfolge animierte, welche an einen anderen Tanz erinnerte. "Und noch einmal den Grundschritt", flüsterte die Ledford geduldig und zog ihren Gatten weiter mit sich. Es freute sie wirklich, dass er sich auf einen Tanz eingelassen hatte, schließlich wusste die Ledford nur zu gut, was er sonst von solchen Tätigkeiten hielt. Abermals musste sie lächeln
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Di Sep 13, 2011 8:38 pm

Die Aussage über Walzer verstand er nicht so recht. Was wollte sie damit ausdrücken? Irritiert schob er seine Hand ein wenig höher, verengte die Augen und sah seine Tanzpartnerin nun doch an. Was sollte das? Der Takt war tatsächlich nicht für Walzer geeignet, aber es hätte Austen nicht gestört.
Dennoch tat er, wie ihm geheißen. Einfach abzubrechen, damit würde er sie enttäuschen. Mit seiner ewig unspontanen Art, hatte er sie schon mehr als oft ausgebremst. Darüber nachdenkend wurde ihm noch unwohler, als es ihm sowieso schon war. Aber weswegen überhaupt? Austen Ledford belehrte, er ließ sich nicht belehren.
Seiner Stimmung war die Haltung gleich, er war äußerlich verkrampft und innerlich verärgert. Dahlia wusste doch, wie es um ihn stand. Wieso heiratete sie einen Mann, wenn sie ihn verbiegen wollte? Der Unmut breitete sich aus und vernebelte sein Gehirn, seine Hand tat ihren Ausdruck.
"Wie soll ich mich entspannen, wenn du sowas mit mir machst?" Sie konnte froh sein, dass er es überhaupt tat.
Tango.
Es war Tango. Dieser schmierige, einengende Tanz von niveaulosen Tänzern. Sowas tanzte ein Ledford doch nicht!
Genau genommen, war das nur ein Vorwand für das leise Splittern seines Egos. Als seine Dame lächelte, sah er wieder weg. Nun lag alle Schuld bei ihr. Sie wusste, wie er war, und sie sollte sich daran halten. Sie sollte ihn nicht in eine solche Situation bringen. Und er bekam richtig Lust, ihr eine subtile Lektion zu erteilen.
So nahm er sich für eine Weile ihrer Belehrung an und übte die Schritte. Außerdem ging er alle Tangotänzer durch, die er je gesehen hatte. Er ordnete sich still einen Plan zusammen, wie er es für alles tat. Fast fieberhaft erinnerte er sich an gewisse Figuren des Tanzes und prägte sie sich ein. In Gedanken übertrug er sie auf seine Gliedmaßen. Zwar war Austen kein Praktiker, aber für einen Moment würde er es werden...
Nach Minuten des schönen Treibens, die Musik war bereits verklungen, übernahm er die Führung. Das kurze Lächeln, das er dem Rotschopf schenkte, war eher verschmitzt als liebend, fast schon neckisch. Er war hochkonzentriert. Er durfte sich keinen einzigen Fehler erlauben, damit alles klappte. Eigentlich war er nicht einmal mehr wütend, so sehr beschäftigte er sich mit den Bewegungsfolgen.

Sie wurden sogar verhältnismäßig schnell, die zwei Tanzenden. Ein paar mal drehte er sie herum, blieb steif, ließ jedoch keinen Fehler zu. Und sozusagen als Generalprobe, wagte er sich an eine Figur. Schließlich schob er gar das Bein nach vorn, damit sie das ihre darüber werfen konnte. Als er sich sicher war, dass sie sich darauf stützte, bot er den Halt aus auch den Händen an. Im Geheimen war es ein ziemlicher Akt für ihn. Man musste zugeben, dass er nicht der Stärkste war und ihn das Ganze ziemlich anstrengte.
Als seine Gattin ihm ihren Halt anvertraute, war der Moment der Rache gekommen, dessen Grund eigentlich schon verflogen war.
Er ließ sie fallen.
Er ließ sie fallen, richtete sich auf und strich sich über das Hemd. Ohne sie eines Blickes zu würdigen, stolzierte er zum Tisch hinüber, um sein Weinglas und einen Schluck daraus zu nehmen. Er stand nun dort, gerade und den schweren Atem versteckend, und musterte sie kühl. Tja, man könnte fast sagen, er war spontan gewesen. Spontanität musste eben nur gut geplant sein.
"Ein Schritt zuviel ist manchmal grad das Schöne", was er nur kühl und nebenbei erwähnte.
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Dahlia Ledford

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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Di Sep 13, 2011 9:16 pm

Als Austen in leicht genervtem Tonfall verkündtete, dass er sich wohl kaum entspannen könne, wenn Dahlia ihn zu solch Dingen zwang. Einen Moment fürchtete sie, es würde den Tanz unterbrechen, sich wieder einmal aus der Affäre ziehen... doch er tat es nicht. "Wir haben schon sehr lange nicht mehr getanzt, Herz", entgegnete die Ledford und die Musik wurde immer energischer, so auch ihre Schritte. Mehr wollte sie nicht erwidern, denn im Grunde konnte man in solchen Situation nie das Richtige sagen, zumindest kam es Dahlia so vor. Ließ sie eine spitze Bemerkung fallen war er vermutlich verärgert, wenn sie nachgab, fühlte sie sich selbst schlecht und in gewisser Hinsicht willenlos; eine Slytherin war nicht willenlos.

Eine Woge der Zufriedenheit schien Dahlia zu packen, als ihr Gatte die Führung des Tanzes übernahm und die beiden durch den Raum wirbelten. Offengestanden wunderte sich sich die Ledford ein wenig, dass es nur so wenige Widerworte von Austens Seite gegeben hatte, doch gleichermaßen freute es sie auch. Sie wollte ihm nur einen Gefallen tun, ihm eine Spur Entspannung gönnen, ihm eine Welt zeigen, die er so gern ignorierte, weil er sie nicht kannte und sich vermutlich einfach nicht traute sie zu betreten...
Ihr rotes Haar wehte durch die Luft, ob der Geschwindigtkeit mit der das Ehepaar durch den Raum tanzte. Der Kronleuchter warf ein sanftes Licht auf die beiden und alles wirkte wie verzaubert, wie ein einem Märchen. Außerdem war Dahlia etwas überrascht, dass Austen sich die Tanzschritte der Art schnell eingeprägt hatte, immerhin tanzten die beiden nicht oft Tango - so weit sie sich erinnern konnte hatten sie es noch nie getan... - doch Austen bewies wieder einmal seine rasche Auffassungsgabe. Obwohl seine Hand noch immer recht verkrampft war und ihre fest gepackt hielt, hatte sich die Atmosphäre unglaublich entspannt.
Letzten Endes ließ er sie sich noch einmal drehen und vollführte eine Figur.
Dahlia ging sofort darauf ein legte ihr Bein über das seine, welches er nach vorn gestreckt hatte. Nun war es an ihm sie zu halten. Tief sah Dahlia ihm in die Augen, ihre Gesichter waren nicht weit von einander entfernt. Seine Augen wirkten die graue Teiche in die sie stürtzte, tief und bodenlos und auf irgendeine magische Art und Weise wunderschön...
Ihr rotes Haar fiel in schier unerschöpflichen Wellen über Dahlias Rücken und glänzte im Schein des Kronleuchters. Für eben diesen Moment schienen alle Sorgen der zweifachen Mutter wie weggewischt.

Im nächsten jedoch wurde die Ledford aus ihrer Trance gerissen, als Austens Arme nachgaben und sich ein flaues Gefühl in ihrer Magengrube ausbreitete, wie man es verspürt, wenn der Fahrende Ritter durch ein Schlagloch fährt und sich im Magen aller Insassen ein Kribbeln ausbreitet. Dann verspürte sie einen schrecklichen Schmerz in ihrem Rücken, ein leises Stöhnen entwich ihr, als sie auf dem Holzboden aufschlug und die Luft aus ihren Lungen gepresst wurde. Sie nahm erst Sekunden später wahr, dass das ihr Gatte sie hatte fallen lassen.
Dahlias Augen weiteten sich. Sie konnte nicht fassen, was Austen gerade getan hatte, zu mal er einfach weg ging und am Tisch an seinem Wein nippte. Seine Worte klangen distanziert und für Dahlia abwertend. "Was soll das?", fragte sie und ihre perfekt gezupften Augenbrauen verengten sich, sodass sich eine Falte zwischen ihnen bildete. Sich den schmerzenden Rücken reibend, versuchte Dahlia sich aufzurichten. "Bist du noch bei trost?", fragte sie verständnislos und funkelte Austen wütend an.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Sa Sep 24, 2011 10:06 pm

Sie reagierte genau so, wie er es erwartet hatte. Das machte es leichter. Wenngleich sein Herz brach, bei dem Anblick der Schönheit am Boden, so blieb seine Miene ernst. Hätte sie anders reagiert, wäre er nun womöglich komplett aus der Fassung geraten. Noch konnte er sicher sein, dass das, was er getan hatte, völlig gerechtfertigt war.
"Ich bin spontan, Liebes", sagte er knapp und ruhig. "Siehst du, was passiert, wenn ich spontan bin?"
Es sollte ihr eine Lehre sein, ihn nicht nochmal in eine solche Situation zu bringen. Es war auch nur eine Lektion gewesen, weiter nichts.
Seine Augen schienen durch den abschätzigen Ausdruck tiefer zu liegen als zuvor. Es war keine Überheblichkeit, sondern ganz schlichte Kälte, die ihn umgab. Er nahm einen weiteren Schluck des Weines und verharrte einen Augenblick, die Hand auf eine Stuhllehne gelegt. Er wollte nicht sofort zu ihr gehen, es würde einknickend wirken.
Doch nachdem er behutsam das Glas zurück an seinen Platz gestellt hatte, konnte er ruhigen Gewissens und langsamen Schrittes auf sie zu gehen und ihr die Hand reichen. Ohne sich zu bücken, versteht sich. Austens Haltung blieb gerade und stolz.
"Mach sowas nicht mit mir, Dahlia, du weißt, wie sehr ich das hasse", bekräftigte er tonlos. "Du weißt, wie ich bin."
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Mo Sep 26, 2011 5:52 pm

Als Austen knapp erwiederte, er wäre bloß spontan gewesen, und sie solle ihm in Zukunft nicht wieder in eine solche Situation bringen, wandte Dahlia stolz den Kopf ab. Was erwartete er von ihr? Sie hatte ihn lediglich etwas aus der Reserve locken wollen, ein Schuss der - wie sie nun einsah - doch sehr nach hinten los gegangen war.
In stolzer Haltung streckte Austen ihr seine Hand entgegen und einen Augenblick spielte Dahlia mit dem Gedanken die ihre in seine zu legen, ihn mit seiner Spontanität davon kommen zu lassen, doch eine leise Stimme in ihrem Hinterkopf protestierte dagegen. Stattdessen strich sie ihren Rock glatt, warf das rote Haar mit einem Schnicken ihrer Hand über die Schulter und ging an Austen vorbei zum Esstisch.
Dort angekommen, ergriff die Ledford ihr Glas und nahm ebenfalls einen Schluck Wein. "Verziehe bitte", sagte sie dann und der Ton, welcher in ihrer Stimme mitschwang war zweifelsohne eine Spur zynisch. Es verärgerte sie zugegebenermaßen, dass Austen ihr der Art kühl begegnete... Konnten die beiden nicht einmal all diese abscheulichen Grenzen aus Berechnung und Kälte überschreiten, welche die beiden trennte? Oft fragte sie sich, ob Dahlia ihrem Gatten in dieser Hinsicht zu viel abverlangte, schließlich wusste sie sehr wohl wie unspontan und in gewisser Weise, unflexibel er war. Diese Eigenschaften hatte er früher auch schon..., sinnierte die Todesserin, als sie das Weinglas zu ihrem Mund führte. Doch es schien ihr, als hätte es ihr vor zwanzig Jahren einfach weniger ausgemacht. In diesen Tagen wünschte sich Dahlia oft, der Ledford würde sich ihr eine Spur mehr öffnen. Sie wollte ihm doch nichts böses.

Dahlia stellte ihr Glas wieder auf dem Tisch ab und drehte sich langsam zu Austen. "Ja, in der Tat, ich weiß wie du bist, Liebling", waren ihre Worte ehe sie den Blick enttäuscht dem Holzboden zu wandte.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Do Sep 29, 2011 8:32 pm

Austen lies die Hand wieder sinken. Darauf war er noch vorbereitet gewesen. Seine Brust schwellte an, während er sich umdrehte und seine Gattin am Tische musterte. Er richtete obligatorisch seine Manschetten, vielleicht einfach, um beschäftigt zu wirken. Als nichts mehr zu richten war, verschränkte der Ledford die Arme in einer langsamen Bewegung, schwieg und blickte Dahlia an.
Es fuhr ihm ein Stich durch das Herz, so enttäuscht wie sie aussah. Einknicken durfte er jedoch nicht. Sie war es doch, die ihn zu verbiegen versuchte. Ihren langjährigen Ehemann. Alles, was bisher funktioniert hatte, musste es in der Zukunft auch tun. Was auch sonst, Altbewährtes rostet nicht. Lieber Stillstand, als zu viel zu riskieren, das war die einzig logische Devise.
Er hob die Brauen, tat einen stummen Seufzer und schlenderte zum Tisch. Die Arme noch immer verschränkt, setzte er einen Ausdruck auf, der versprach, dass nie etwas passiert war.
"Nun, ich habe noch Arbeit zu erledigen, Liebling. Möchtest du noch etwas stricken, einen Wein genießen..."
Die Stimme des Steuerberaters wurde fast schon ölig, so versöhnlich klang er. Dabei sah er sich noch immer im Recht und wollte den Missstimmungen entfliehen, sie gänzlich verneinen.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Fr Sep 30, 2011 8:26 pm

Noch immer ihr Weinglas in der Hand haltend, sah Dahlia ihren Gatten an und ihre Lippen kräuselten sich, als sie seine Worte vernahm. Natürlich wollte er sie nun gewissermaßen besänftigen, ohne viel federlesen zum alltäglichen zurückkehren, doch so leicht wollte es ihm die Ledford nicht machen. Das Gefühl der Enttäuschung breitete sich in ihr aus, wie eine Bestie, die stets in ihr lauerte, angekettet tief in Dahlia, ihr Futter Austens Worte.
"Selbstverständlich hast du noch etwas Wichtiges zu erledigen. Bitte, warum sollte sich ein mächtiger Mr. Ledford auch darum scheren, dass ein weiterer romantischer Abend ruiniert wird!!", zischte Dahlia und stemmte ihre linke Hand, welche bis jetzt schlaff an ihrer Seite herunter gehangen hatte in die Hüften.

Unauffällig musterte die Todesserin Austen. Sollte er ruhig einmal von ihrem Unmut mitbekommen! "Und nein, ich möchte nicht stricken", setzte sie nach und ihre Miene verfinsterte sich nur noch mehr. Abermals führte Dahlia den Elfenwein zu ihrem Mund und nahm einen Schluck. Als sie schließlich das Trinkgefäß wieder auf dem Esstisch abstellte, raffte sie sich zusammen und sah ihrem Gatten offen in die Augen. Man mochte den Ausdruck in ihrem Gesicht als streitlustig empfinden, doch in diesen Augenblicken war es Dahlia herzlich egal.
Austen hatte es geschafft einen wunderschönen Moment zu zerstören, wohl die intiemste Situation der letzten Wochen, wenn nicht sogar Monate. Es ging nicht darum, dass er sie hatte fallen lassen, sondern um die Tatsache, dass er sie stets belehren wollte. Ich bin kein kleines Kind mehr! Mir scheint, er stellt mich als kindisch dar, obwohl er selbst zeitweise in Dimensionen denkt, welche so kllein und eingeschränkt sind wie-, sinnierte sie und wippte ungeduldig mit dem Fuß.

Womöglich hätte der Ledford seine Gattin besänftigen können, wenn er auf sie zugegangen wären, sie an sich gedrückt hätte und sich in dem wohl reumütigsten Tonfall der Welt bei ihr entschuldigt hatte. Doch das würde nie geschehen, Dahlia kannte ihren Mann. Dabei würde ihm kein einziger Zacken aus der Krone brechen..., kommentierte sie gedanklich. "... aber das wir beide grundsätzlich verschiedene Ansichten haben, was das Thema Romantik angeht, scheint mir in letzter Zeit klarer denn je zu werden...", setzte Dahlia nach, in ihrem Käftig aus Rage gefangen, der sich zusehnds enger um die Hexe schloss.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Fr Sep 30, 2011 9:05 pm

Falten traten auf Austens Stirn. Wieso wurde sie denn nun so aufbrausend?
"Also bitte, werd doch nicht albern. Du machst ja aus einer Bagatelle ein Theater, das ihr nicht würdig ist."
Das war eine Frauensache. Aus Mücken Elefanten machen. Du hast dein Hemd liegen gelassen? Du liebst mich nicht mehr!
Nur war das nicht Dahlias Art. Dahlia hatte Zickereien nicht nötig, sie war eine Dame und kein Mädchen, wenngleich sie sich wie eines aufführte. Ihr Gatte hatte diese Reaktion nicht kommen sehen und sah nun zu sich zu ordnen. Er konnte nicht einmal annäherndes Verständnis für sie aufbringen. Er war doch das Opfer ihrer Anwandlungen.
Ihrem Blick wich er aus. Sein eigener flüchtete zur Seite und schien scheu, was sich in das Gesamtbild des Zauberers nicht einfügen wollte. Er gab sich stolz, er war stolz. Aber er konnte ihr partout nicht in die Augen sehen. Er hatte das Gefühl, dass sie direkt in sein Hirn blicken konnte.
Er schnaufte nach ihren letzten Worten besonders abfällig. Romantik. Hatte sie den Verstand verloren?
"Du bist doch nicht dumm, Dahlia. Wieso führst du dich dann so auf, wieso verschließt du die Augen? Du sagtest selbst, dass du mich kennst. Wie kamst du also auf die törichte Idee, mir würde gefallen, dass du mich mit einem niveaulosen Tanz belehrst? Ich war bereit mit dir zu tanzen, aber du bist über das Ziel hinaus geschossen. Dass du bei dieser klaren Situation anders denken kannst, bestürzt mich."
Er hatte den Umstand wohl analysiert. Es fehlte nur noch ein Stempel, um die Sache abzuhaken. Quod erat demonstrandum.
Austen sah seiner Frau ins Gesicht, nicht aber direkt in die Augen. Er war im Recht, aber das änderte nichts an seiner Überforderung. Die äußere Kühle verbarg lediglich, dass er innerlich um die Planmäßigkeit ringte, die in seinem Vorhaben gesteckt hatte.
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Dahlia Ledford

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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Fr Sep 30, 2011 9:30 pm

Dahlias Augen weiteten sich. "Aus einer Bagatelle ein Theater? Ich frage mich wer hier wohl maßlos übertreibt", säuselte die Ledford und der zynische Unterton in ihrer Stimme war nicht zu überhören. Mit einem Mal hatte sie Wut gepackt, blendete sie und ließ keinerlei Platz für andere Gefühle zu.
"Ich verschließe die Augen?", harkte sie dann rasch nach, ihre Augen noch immer ungewöhnlich weit geöffnet, sie sah Austen direkt ins Gesicht, er jedoch wich ihrem Blick aus. Ein kaum hörbarer, verächtlicher Seufzer entwich ihr. "Welch Ironie, dass ich es gerade anders herum sehe. Was den niveaulosen Tanz angeht, kann es sein, dass du allein den Gedanken nicht ertragen kannst einmal von mir etwas beigebracht zu bekommen? Ist es das nicht? Ein richtiger Mann wird nicht von seiner Frau belehrt! Austen, das ist doch lächerlich!" Wild mit den Händen gestikulierend endete die sonst so ruhige und behersschte Hexe, holte tief Luft und verdrehte die Augen. Noch immer spürte sie, das der Ledford sie nicht direkt anblickte, eine Tatsache, welche die Hexe zunehmend verärgerte. Immer wieder mit dem Kopf schüttelnd begann Dahlia auf und ab zu gehen, die Holzdielen knartzten ab und zu unter ihren Schritten.

Schließlich machte sie rasche Schritte auf Austen zu, kam ihm wieder ganz nah, ihre Gesichter waren kaum mehr eine Handbreit voneinander entfernt. Dahlia streckte sich ein Ideechen, sah ihm direkt in die Augen und flüsterte mit bebender Stimme: "Du siehst mich ja noch nicht einmal an, wenn ich mit dir rede."
Nun war es, als weiche in einem Moment aller Zorn aus ihr, wie die Luft aus einem unverschlossenen Luftballon. Ein zutiefst enttäuschter und auch verletzter Ausdruck lag in ihren Augen. Warum konnte er sie nicht ansehen? Doch bereits im nächsten Augenblick kehrte die Wut wieder auf ihr Gesicht zurückt, ob der Tatsache, wie stolz er noch immer da stand. Konnte er denn ihren Standpunkt kein bisschen nachvollziehen?
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Sa Okt 01, 2011 10:28 am

Austen beobachtete konzentriert Gestik und Mimik seiner Dame. Jene waren so wild und wahllos, dass er sie absolut nicht einordnen konnte - schon gar nicht im Kontext zu einer solchen Kleinigkeit. Sie musste verrückt geworden sein. Vielleicht sollte er sie zum Arzt schicken? Normal war das nach seinem Empfinden jedenfalls nicht. Und vollkommen unnötig noch dazu.
Er schwieg jedoch, weil er nicht wusste, was zu sagen. Sie plapperte Unsinn, wie in einem Wahn. Auch seine Augen weiteten sich - ungläubig und argwöhnisch, als würde er einer Installation moderner Kunst gegenüberstehen. Sogar sein Mund öffnete sich leicht, so verwirrt war er über die Misere.
Plötzlich kam sie auf ihn zu, was ihn zu einem kurzen Zucken zwang und als sie so nah vor seinem Gesicht sprach, dazu, sie nicht grob, aber durchaus bestimmt von sich wegzuschieben.
Dahlia war einer von den wenigen Menschen, die seine persönlichen Grenzen - die etwas weitläufiger waren, als bei anderen Menschen - überschreiten durfte. Aber in diesem Moment war sie wütend, ablehnend, damit so etwas wie ein Gegner. Und das Schlimmste: Sie war völlig unberechenbar.
Seinen Kopf drehte er zur Seite, in ihm liefen alle Gedanken durcheinander, dass es sich anfühlte, als würde er gleich platzen. Tief atmete Augustin durch und schottete sich für den Moment von der Außenwelt ab, um sich zu ordnen. Er stand also für ein paar Sekunden einfach da, in steifer Haltung und glasigem Blick, der zur Seite gerichtet war. Verwirrung und Unberechenkeit waren das Eine - aber brachen sie in seinen eigenen Geist, war es, als würde der Feind in einer eigentlich sicheren Festung wüten, morden und zerstören. Schutzlos fühlte er sich dann und tat alles daran, diesen Dämon wieder auszumerzen.
Als er sich daran erinnerte, dass ihn keine fremde Furie, sondern seine Gattin bedrängt hatte, wurde auch er über alle Maßen wütend. Sie wusste doch ganz genau, wie er war. Mit voller Absicht brachte sie ihn in eine solch prekäre Lage.
"Bist du des Wahnsinns?", sagte er laut und erbost, kurz davor zu schreien, und riss den Kopf herum. Er starrte ihr sogar in die Augen, in tiefer Abneigung. So etwas von der eigenen Frau. Der Zauberer strich sich über die Ärmel, als würde er den letzten Rest theatralischem Dämons von sich wischen wollen, ohne den Blick von ihr abwzuwenden.
"Du führst dich auf wie ein kleines Mädchen, wie ein Kleinkind! Sind es die Wechseljahre? Wenn du dich wieder jung fühlen willst, dann tu das, aber lass die Pubertät nicht an mir aus, Dahlia! Glaub mir, zwei Pubertierende sind mir genug und du weist erschreckende Ähnlichkeit mit ihnen auf!"
Er wusste gar nicht, was er genau anrichtete. Es schien ihm tatsächlich logisch, dass es langsam Zeit für eine Midlife Crisis sein könnte. Wenn er es gewusst hätte - hätte er womöglich die selbe Aussage gemacht, nur um ihr eins auszuwischen. Ihn eiskalt so zu bedrängen. Es mussten einfach die Hormone sein, das war alles nicht normal, nicht berechenbar.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Sa Okt 01, 2011 2:06 pm

Austen schob Dahlia mit sanfter Gewalt von sich und die Hexe zuckte eine Spur zusammen, als er sie berührte. Hinter ihren Augen loderte Wut, welche auch nicht von dem leicht nachdenklichen und vermutlich nach Beherrschung ringenden Gesichtsausdruck ihres Gatten vermindert werden konnte. Konnte er noch nicht einmal jetzt spontan mit ihr streiten?
Der Grund für ihre Wut war keines Wegs die Tatsache, dass er sie hatte fallen gelassen, nein, eher, dass es schien, als wolle der Ledford sich unter keinem Umständen von seiner Gattin belehren lassen. Mit einem Mal kam sich Dahlia in ihren Absichten überfahren vor, hatte sie ihm doch lediglich mit ein wenig Enspannung dienen wollen. Denn dies hatten beide bitter nötig. Doch stattdessen hatte Austen ihre Pläne ruiniert und den Abend noch dazu. Dahlia verschränkte die Arme vor der Brust und fixierte ihren Mann, hätte man Worte in ihrem Blick lesen können, sie hätten keinerlei freundliches für den Ledford übrig gehabt.

Natürlich wusste Dahlia, dass sie es nicht vermochte ihren Gatten zu ändern, nein, so etwas stand ihr nicht zu, das wusste sie, jedoch konnte sie einfach nicht begreifen, wie er nur so wenig gefallen an etwas Neuem finden konnte. Es schien, als fürchtete er nichts mehr als Veränderungen.
Als Austen dann wieder zu sprechen begann, war seine Stimme ebenfalls laut und erzürnt. Trotzig blickte Dahlia ihn an, ihre Unterlippe missbilligend gekräuselt. Noch während Austen sie belehrte, wandte sich Dahlia um und ergriff ihr Weinglas wieder vom Tisch, doch schließlich erstarrte sie mitten in ihrer Bewegung und ihre Augen weiteten sich wieder ein Ideechen. "Ach ja?", fragte sie und stellte das Glas mit solcher Wucht auf dem Tisch ab, dass die dunkelrote Flüssigkeit über den Rand des Gefäßes schwabte und die blütenweiße Tischdecke rot färbte.
Nun, in diesem Moment der Wut, wünschte sich die Ledford nichts mehr, als dass er sich einfach ändern könnte! Ein anderer Mann wurde, ohne all diese schrecklich verklemmten Ansichten, dieses berechnende Gehabe und all seine Unspontanität. "Falls es dir noch nicht aufgefallen ist, Augustin", begann sie und sprach seinen Namen in herablassendem Tonfall aus, "Versuche ich bloß ein wenig Farbe in unser, seit Monaten, tristes und eintöniges Eheleben zu bringen! Das alles hat nichts mit Hormonen, den Wechseljahren oder ähnlichem zu tun, und das weißt du ganz genau!" Auch die Hexe hatte jetzt begonnen zu schreien. Es geschah nicht oft, dass sie der Art unbeherrscht sprach, das Schreien überließ sie viel lieber inkompetenten Chefs und den weniger Kultivierten der Gesellschaft. Und was sollte bitte heißen, wenn sie sich jünger fühlen wollte, sollte sie es einfach tun?
"Was das jünger fühlen angeht, wäre dies wirklich der Fall, wäre ich schon längst ausgezogen! Und jetzt dränge dich bitte nicht selbst in die Opferrolle, Augustin Diamond Ledford, man könnte meinen, jeder versucht dir die größten Steine in den Weg zu legen", fauchte sie abfällig. Während Dahlia gesprochen hatte, hatte sie sich wieder zu Austen umgedreht. Seine Worte hatten die Ledford sehr verletzt, es klang beinahe, als forderte er sie dazu auf sich andersweitig zu vergnügen, ein Dolchstoß für das Vertrauen welches Dahlia in ihn hatte. Traute er ihr einen Seitensprung tatsächlich zu?
Ärger und große Enttäuschung wetteiferten auf Dahlias Gesicht, die Arme hatte sie noch immer verschränkt. Eine typische Abwehrhaltung.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Sa Okt 01, 2011 5:58 pm

"Alles ist wie immer! Wie es immer war, seit neunzehn Jahren! Verstehst du das nicht?" Er jedenfalls verstand nicht, was sie von ihm wollte. Seit neunzehn Jahren war alles gleich und alles gut. Es war gut und immer so gewesen. Wieso sollte das auf einmal schlecht sein? Alles, was sich ins Schlechte geändert hatte, waren die Kinder.
"Niemand legt mir Steine in den Weg. Du bist gerade das Hindernis, für dich selbst. Es gibt kein Problem, wieso denkst du dir denn eines aus?" Seine Stimme wurde wieder ruhiger, nicht aber weniger bestimmt. Er war immerhin noch immer im Recht. Vielleicht war sie auch gelangweilt vom Alltag, weil die Kinder so selten da waren. Vielleicht brauchte sie einfach ein Hobby.
Ihre Wut prallte an ihm ab, wie Kunststoffbälle. Vielmehr ging er die Möglichkeiten durch, weswegen sie so erbost sein konnte. Wenn alles wie immer war, musste es an etwas liegen, das sich verändert hatte. Seit Monaten? Womöglich hatte sie sich verschätzt.
"Du könntest ja vielleicht Tagesmutter werden, mein Kätzchen", schlug er aus heiterem Himmel vor, ohne seine vorangegangenen Gedanken zu erklären. Er war sich sicher, dass sie sogar dankbar für diesen Vorschlag sein würde. Dass er seine Ehefrau einmal richtig gedeutet hatte.
"Die Nachbarn werden dankbar sein, davon gehe ich aus."
Er legte die beiden Zeigefinger seiner gefalteten Hände an die Lippen. Eine gute Idee eigentlich. Es musste öde sein, kein festes Hobby zu haben, wenn man den Tag zu Hause verbrachte. Dann würde Dahlia wieder ausgeglichen und er konnte ihr guten Gewissens verzeihen.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Mo Okt 03, 2011 6:19 pm

Dahlias Lippen wurden zusehends dünner, denn Austens Worte waren keines Falls hilfreich ihren Zorn zu überwinden. Ganz tief in sich spürte die Ledford bereits wieder, wie sie einknickte, wie sie ihrem Gatten bereits beflissen zustimmte und sich bei ihm entschuldigte... Doch das ließ ihr Stolz nicht zu. Noch nicht.
"Wir scheinen ja gerade beide eine Reihe von Problemen zu haben, Liebling", flötete Dahlia und ihr Tonfall hätte spöttischer nicht sein können, nun hörte sie der Kosename am Ende ihres Satzes auch eher wie eine Beleidigung an. Doch Dahlia war das nur recht. "Sei es mit dem Partner, den Kindern oder unserem ganzen Leben, nicht wahr?", fügte sie hinzu und musterte Austen, mit leicht zusammen gekniffenen Augen.
Gerade als sie zur nächsten Erwiederung ansetzte und den Mund öffnete, begann der Ledford jedoch davon zu sprechen, sie solle Tagesmutter werden. Kaum hatte er diese Worte gesprochen, entgleißten die Züge seiner Frau einen winzigen Moment lang. "WAS?!", harkte sie verständnislos nach. Was sollte solch eine Bemerkung denn schon wieder? Sie wollte mehr Nähe in ihrem Eheleben und vor allem mehr Zeit mit ihrer Familie, dabei konnten sie Nachbarskinder wohl kaum helfen! Einen winzigen Moment spielte Dahlia mit dem Gedanken diesen Worten mit ihren Lippen Leben einzuhauchen, doch bereits verwarf sie ihn im nächsten Moment wieder. Er versteht es doch so oder so nicht!, höhnte sie in Gedanken.

"Selbstverständlich wären die Nachbarn dankbar. Und du hättest deine, in den Wechseljahren gefangene, Ehefrau los", zischte Dahlia und wandte sich erhobenen Hauptes um. Eigentlich wusste Dahlia, dass ihr Gatte es bloß gut mit seiner Aussage gemeint hatte, doch war sie keines Wegs in der Verfassung solch einen guten Gedanken zu würdigen. Alles in ihr schrie danach, dass die beiden sich anschrienen, warum konnte er denn nicht darauf eingehen? Und während die eine Hälfte in ihr nichts lieber wollte als einen Ehestreit, welcher wohl mit einer mittelschweren Apokalypse zu vergleichen war, so wünschte sich ein weitauskleinerer Teil, dass alles wieder war wie vorher, vor dem Tango, vor ihrer Auseinandersetztung... Sie liebte ihren Gatten, wohl mehr als alles andere auf der Welt. Und alles was sie verlangte, war ein klein wenig mehr Wertschätzung, ein kleines bisschen mehr Nähe und vielleicht auch Offenheit.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Mo Okt 03, 2011 7:08 pm

Probleme mit dem Partner? Mit dem Leben? Austen war schockiert und verwirrt zugleich. Die Kinder stellten ein Problem dar, aber er empfand weder sein Leben, noch seine Ehe als problematisch. Gut, seine eigenen Gedanken behinderten in hin und wieder - aber das würde er sich nicht bewusst eingestehen. Im Gegenteil, seine Herangehensweise an Probleme waren überhaupt nicht zu beanstanden.
Woher hatte Dahlia also ihre Probleme? Meinte sie vielleicht einen anderen Partner? Eine Freundin? Deutete er das Wort vollkommen falsch? Oder bildete sie sich etwas ein?
Langsam wurde ihm die Situation unheimlich. Etwas schien tatsächlich nicht zu stimmen mit seiner Gattin. Es war zu hoffen, dass es nur die Hormone waren. An einer verrückten Ehefrau würde er gnadenlos zerbrechen. Austen hoffte selten, sondern plante, doch dass dieser Fall nicht zutreffen würde, war ihm gleich ein tiefes Sehnen wert. Bitte kein Seelenleiden.
Doch da beantwortete sie selbst seine Fragen: Sie gab offensichtlich zu, dass es die Wechseljahre waren. Doch gleich im nächsten Moment wandte sie sich um, ihre Körpersprache wirkte abweisend. Das waren keine Zeichen für eine Zustimmung. War sie sich dessen bewusst? Gehörte das zum Hormonchaos, dass Körpersprache und Aussage nicht miteinander einhergingen?
Womöglich hätte Austen die Ironie in einer anderen Situation verstanden. Die seiner Freunde jedenfalls, hatte er mühselig gelernt. In einer aufreibenden Situation wie dieser allerdings, konnte er glücklich sein, überhaupt eine Abweisung in Dahlias Haltung erkannt zu haben.
Das alles passte so wenig zusammen, dass er sich zusammen reißen musste, nicht die Wahrheit zu sagen, nicht seine Verständnislosigkeit kund zu tun, und damit seinen Stolz zu unterbuttern.
Es war also an der Zeit um Worte zu ringen.
"Was sind denn deine Probleme?", fragte er in einem Tonfall, mit dem er sich bei Kunden nach ihren Angelegenheiten erkundigte. Es war ein Satz, den er abgewägt hatte, der ihm sinnvoll und einfühlsam erschien.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Mo Okt 03, 2011 8:15 pm

Dahlia hatte sich abgewandt und spielte mit dem Gedanken zu gehen, ihn einfach stehen zu lassen! Doch mit einem Mal erkundigte sich Austen, wo genau ihre Probleme lägen. Auch der leicht formelle Tonfall vermochte nicht den Worten ihre Bedeutung zu nehmen. Tief atmete Dahlia aus. "Ich will dir helfen, und du stößt mich weg. Da ist mein Problem", entgegnete sie noch immer ohne ihn anzublicken. Dahlias Stimme war völlig verändert, jegliche Wut war aus ihr gewichen und sie hörte sich beinahe eine Spur Gleichgültig an. Doch wenn man die Ohren spitzte und ganz genau hin hörte, dann konnte man auch den verletzten Tonfall darin heraus hören. "Ich will dir doch nichts böses, Austen", fuhr sie fort und machte ein paar Schritte von dem Ledford weg, ihm noch immer den Rücken zu gewandt. Es schien fast, als sei die komplette explosive Seite in ihr mit einem Mal zusammen gebrochen wie ein Kartenhaus. Das er es tatsächlich schafft dich der Art leicht wieder zu besänftigen, Dahila Ledford, das grenzt an Komik, machte sich das letzte bisschen eben dieser Seite über sie lustig und hätte ein Zauber ihr Gestallt verliehen, so wäre es womöglich ein düster drein blickender Gnom mit verschränkten Armen gewesen.

Mit einem weiteren tiefen Atemzug sog sie die Luft in ihre Lungen und ergriff das Weinglas vom Tisch. Sie führte es zum Mund und leerte den letzten Rest in einem Zug. Unternormalen Umständen hätte allein ein Narr solch guten Wein der Art herunter gestürtzt, aber vielleicht wollte sie ihm so signalisieren, dass sie nun gehen würde, wenn er nicht weiter auf ihre Worte einging. In manchen Situationen schien es Dahlia als kenne sie ihren Gatten nicht. Als sei er nichts als ein fremder Mann. Und dann, wenige Minuten später, war dieses Gefühl verflogen... Ein kaum hörbarer Seufzer entwich ihr.



ooc.: *dahlia zückt weiße flagge* *schwingt sie wild in der luft umher* ich konnte einfach nicht mitansehen, wie sie sich verrennt ;D
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Mo Okt 03, 2011 8:56 pm

"Das ist alles?" Wie es so aus ihm heraus platzte, klang es hart. Und nun kochte es langsam in ihm auf. Er hatte tatsächlich gedacht, es ginge um etwas Wichtiges, um etwas, dass in ihr schlummerte. So wie Frauen eben waren. Aber dieses ganze Theater drehte sich einzig und allein darum, dass er keinen Tango lernen wollte. Das war doch lächerlich. Und da hörte das Verständnis für Hormone ein für alle mal auf. Wenn es keinen Zauber für die Wechseljahre gab, dann würde Austen an seine Grenzen stoßen. Mit absoluter Sicherheit würde er es für sie durchstehen, denn sie war immerhin die Frau seines Lebens. Dennoch würde er sehr bald planen, wie viel Zeit er zu Hause verbringen würde, wenn die Kinder ebenfalls da waren. Ein wenig verloren fühlte er sich in diesem Haushalt voller Unberechenbarer.
Das war es doch gewesen, was ihn so gerne hier sein ließ: Es war gemütlich und einfach, sogar geborgen. Davon konnte er sich wohl für die nächste Zeit verabschieden. Allein bei dem Gedanken daran, fühlte er sich schon ausgelaugt.
Auch er ließ einen erschöpften Seufzer von sich und bewegte sich aus seiner steifen Haltung, an der sich in den letzten Minuten nichts getan hatte.
"Wie trinkst du denn den guten Wein", murmelte er nebenher, während er einen Stuhl unter dem Tisch her zog und sich darauf setzte. Selbstverständlich sagte ihm ihre Geste recht wenig, außer vielleicht, dass sie Durst hatte. Er faltete die Hände, stützte dabei einen Ellbogen auf dem Tisch ab und schlug ein Bein über das andere.
"Ich weiß nicht, was du von mir willst, Dahlia. Wenn ich dir nun sage, dass du genau weißt, wie ich bin und dass ich Tango nicht ausstehen kann, dann sind wir wieder am Anfang angelangt. Das alles führt zu nichts, wir drehen uns im Kreis. Wenn du mir also bitte genau sagst, was du von mir willst und was dir auf dem Herzen liegt, könnte diese Tortur noch einen Sinn bekommen." Wieder klang seine Stimme formell, diesmal aber bestimmter. Er fühlte sich wieder geordneter, wenngleich ihm Furcht machte, was noch kommen würde.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Mo Okt 03, 2011 9:54 pm

Kaum hatte sie ihr Glas wieder auf dem Tisch abgestellt, wandte sich Dahlia wieder zum gehen und Austen begann zu sprechen. Wie vom Donner gerührt blieb die Ledfrod stehen. Das hast du nun davon!, strafte sie bereits im nächsten Moment eine Stimme aus ihrem Hinterkopf und sie verschränkte prompt die Arme vor der Brust. "Entschuldige, dass ich keinen besseren Grund habe dich in deiner scheinbar ach so heilen Welt zu stören!", entgegnete sie kalt und ging weiter. Er würde heute Nacht sicherlich nicht im gemeinsamen Eheschlafzimmer ruhen, nein, mit Sicherheit nicht.
Sie hörte seine Schritte und sah aus den Augenwinkeln wie er sich setzte. Sie hätte es vorraussehen müssen, dass er so reagierte. Es war zutiefst verletztend für die Rothaarige. Natürlich, auch sie hatte ihn vor etwa 10 Minuten nur verletzten wollen, doch er schien dies erst gar nicht realisiert zu haben. Allein jetzt, wo sie ihm ihre Gedanken und Wünsche offenbart hatte, begann er auszuteilen. Es fühlte sich an wie ein Messer in ihrem Rücken.

"Ja, Austen, ich sollte wirklich langsam wissen wie du bist", gab sie zurück und biss sich auf die Unterlippe, in der Hoffnung, ihre Stimme hörte sich nicht zittrig an. Langsam drehte sich Dahlia wieder zu Austen herum in ihrem Gesicht war Enttäuschung zu lesen und vielleicht auch ein wenig Verständnislosigkeit, ob der Grobheit seiner Worte. Als Dahlia dann wieder zu sprechen begann, war ihre Stimme laut und erzürnt: "Merkst du denn nicht, dass sich nicht immer alles nur um dich drehen kann? Darum, dass du Tango verabscheust oder dass du empfindest jede noch so kleine Auseinandersetztung sofort als Tortour, ich schlage vor, du suchst dir eine Frau die das länger aushält als ich!" Kaum waren diese Worte ihrem Mund entschlüpft bereute die Todesserin zumindest die letzten von ihnen. Konnte er sie nicht einfach in den Arm nehmen? Ihr sagen wie sehr er sie liebte, anstatt den Zorn in ihr mit seinen Worten zu schühren?
Trotzig sah sie ihm direkt in die Augen. Sie setzte sich nicht, nein im Gegenteil, sie setzte sich abermals in Bewegung und eilte zur Tür, jedoch immer noch etwas untentschlossen, ob sie lieber gehen oder diesen Kampf, der es ohne Zweifel geworden war, weiter schlug.
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BeitragThema: Re: Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen   Mo Okt 03, 2011 10:44 pm

Es ging ihr also nur darum ihn in seiner heilen Welt zu stören. Egal, welcher kleinliche Grund herhalten musste, sicher. Austen wurde immer wütender, dieses Weib verhielt sich so pubertär, dass sie seiner Tochter Konkurrenz machte. Er drückte die Lippen aufeinander und legte einen stierend wertenden Blick auf seine Frau. Ihre nächsten Worte brachten das Fass zum überlaufen. Ehe er planmäßig vorgehen konnte, entgleisten ihm die Gefühle in unbändige Wut. Er war empört darüber, wie dumm sie gerade handelte. Sie hatte völlig den Verstand verloren.
"Du machst hier doch gerade ein riesiges Theater, nur weil ich keinen Tango tanzen möchte! Bald reichst du die Scheidung ein, weil mir deine Kartoffeln nicht schmecken! Soll das keine Tortur für mich sein?" Noch schrie er nicht, doch die Lautstärke seiner Stimme war bezeichnend. Er fühlte sich jetzt schon völlig außer Kontrolle, was zum Glück noch von Wut übertönt wurde.
"Bleib hier!" Seine Stimme war so fordernd und tief aus der Kehle, dass sie einer anderen Möglichkeit, als hier zu bleiben, kein Gewähr leistete. Im nächsten Moment war der letzte Rest Kontrolle allerdings verflogen.
"Verdammt nochmal, du bist einundvierzig Jahre alt! Benimm dich nicht wie eine Zehnjährige!"
Er sprang von seinem Stuhl auf und brüllte die Worte im Gehen aus sich heraus.
"Was geht bitte in deinem infantilen Hirn vor? Du willst mich zu Dingen nötigen, von denen du seit Jahren weißt, dass ich sie nicht ausstehen kann! Bin ich dir nicht mehr gut genug? Willst du spontane Dinge tun und dich ausleben? Dann, verdammt nochmal, geh raus und tu, was du nicht lassen kannst, aber lass mich damit in Ruhe!"
Während seine Worte weiter aus ihm explodierten, drehten seine Gedanken sich vorwiegend um einen Satz. War es so? Hatte sich ihr Sehnen verändert? Es ergab Sinn, weswegen sollte sie sich sonst um eine Kleinigkeit so sehr streiten.
Austen blieb abrupt stehen und starrte sie in einer Mischung aus Wut und Furcht an. Was sollte er dann tun?
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Der Tango, der befiehlt, Du musst Dich wiegen

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